Analyse: Wohnungsbau in Berlin unter Schwarz-Rot – Erfolge und Defizite
Berliner Wohnungsbau: Bilanz des Wegner-Senats

Berlin steht vor der größten Herausforderung: der Wohnungsnot. Eine umfassende Analyse des schwarz-roten Senats unter Kai Wegner zieht eine gemischte Bilanz. Während einige Fortschritte erzielt wurden, bleiben viele Versprechen unerfüllt. Die Erkenntnisse aus dieser Analyse sind wegweisend für die nächste Landesregierung.

Weniger Neubauten als geplant

Der Senat hatte sich zum Ziel gesetzt, jährlich 20.000 neue Wohnungen zu bauen. In den letzten beiden Jahren wurden jedoch nur rund 12.000 Wohnungen fertiggestellt – eine deutliche Lücke. Besonders betroffen ist der soziale Wohnungsbau, wo die Quote noch niedriger ausfällt. Laut der Analyse der Redakteurin Isabell Jürgens zeigt sich ein gemischtes Bild: „Die Zahlen sind enttäuschend, aber es gab auch positive Ansätze.“

Bürokratie und Baulandmangel

Ein Hauptgrund für die schleppende Bautätigkeit ist die anhaltende Bürokratie. Genehmigungsverfahren dauern im Schnitt über 18 Monate, was Investoren abschreckt. Hinzu kommt der Mangel an bezahlbarem Bauland. Der Senat habe zwar neue Flächen ausgewiesen, doch die Umwidmung und Erschließung benötige zu viel Zeit.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Erfolge bei der Sanierung und Nachverdichtung

Positiv zu vermerken ist die gesteigerte Sanierungsrate im Bestand. Rund 8.000 Altbauwohnungen wurden in den letzten zwei Jahren modernisiert, was die Wohnqualität verbessert hat. Auch die Nachverdichtung in innerstädtischen Quartieren kam voran, insbesondere in Neukölln und Lichtenberg. Allerdings reichen diese Erfolge nicht, um die steigende Nachfrage zu decken.

Mieten steigen weiter

Trotz aller Bemühungen steigen die Mieten in Berlin weiter. Die durchschnittliche Angebotsmiete liegt nun bei 14,50 Euro pro Quadratmeter – ein Anstieg um fast 10 Prozent seit 2024. Die Mietpreisbremse zeige kaum Wirkung, da viele Vermieter sie umgehen, so die Analyse. Die Folge: Immer mehr Haushalte müssen über 30 Prozent ihres Einkommens für die Miete aufwenden.

Was die nächste Regierung besser machen muss

Die Analyse fordert eine radikale Vereinfachung der Bauvorschriften und eine Digitalisierung der Genehmigungsverfahren. Zudem müsse der Senat mehr in den Erwerb von Bauland investieren und Spekulation bekämpfen. „Ohne entschlossene Maßnahmen wird die Wohnungsnot weiter zunehmen“, warnt die Autorin. Die nächste Landesregierung stehe vor einer Herkulesaufgabe.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration