Tino Chrupallas Autobiografie: Biedermann und Brandstifter
Chrupallas Buch: Harmloser Typ oder Demagoge?

In seinem Buch „Handwerk – Meister – Politik“ zeichnet AfD-Chef Tino Chrupalla das Bild eines harmlosen Schwiegermuttertyps – eines bodenständigen Malermeisters aus der Lausitz, der sich als einer von ihnen gibt. Doch bei genauerem Hinsehen, so eine Rezension des Tagesspiegels von Christian Schröder, wird der Autor immer wieder radikal und demagogisch.

Ein Kostümwechsel als politisches Signal

Schon im Landtagswahlkampf 2021 in Mecklenburg-Vorpommern inszenierte sich Chrupalla als Mann des Volkes. Bei öffentlichen Auftritten verließ er kurz die Bühne, zog seinen Anzug aus und kehrte in weißer Arbeitshose zurück – ein Theatereffekt, der seinen Anhängern signalisierte: Ich bin immer noch einer von euch. Dieses Spiel mit der Identität zieht sich laut Schröder auch durch das Buch.

Selbstbild und Widersprüche

Die Autobiografie, so der Rezensent, versuche Chrupalla als bodenständigen Handwerker darzustellen, der sich für die kleinen Leute einsetzt. Dabei blende er jedoch seine Rolle als Co-Vorsitzender einer Partei aus, die immer wieder durch radikale Äußerungen und Verfassungsfeindlichkeit auffällt. Der Titel „Handwerk – Meister – Politik“ verspreche Einblicke in die Werkstatt eines Politikers, doch die Inhalte zeigten vor allem eines: den Widerspruch zwischen dem harmlosen Image und der tatsächlichen politischen Linie der AfD.

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Biedermann und Brandstifter

Die Überschrift der Tagesspiegel-Rezension bringt es auf den Punkt: „Biedermann und Brandstifter“. Chrupalla, so die Analyse, bediene sich einer Doppelstrategie: Nach außen gebe er sich bieder und anpassungsfähig, während er innerparteilich und in seinen Positionen immer wieder auf Konfrontation setze. Dieses Changieren zwischen den Rollen mache ihn für viele Wähler attraktiv, zugleich aber auch gefährlich für die politische Mitte.

Laut Christian Schröder gelinge es Chrupalla, sich als vermeintlichen Außenseiter zu inszenieren, obwohl er an der Spitze einer der einflussreichsten Oppositionsparteien steht. Das Buch sei daher weniger eine ehrliche Autobiografie als vielmehr ein Wahlkampfinstrument, das den Wählerinnen und Wählern das Bild eines Mannes aus dem Volk präsentieren solle – ein Bild, das bei näherem Hinsehen brüchig werde.

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