Kreistag Dillingen beauftragt neue Medizinstrategie für Kliniken
Neue Medizinstrategie für Kliniken Dillingen und Wertingen

Der Kreistag des Landkreises Dillingen an der Donau hat in seiner jüngsten Sitzung eine umfassende Neuausrichtung der beiden Kliniken in Dillingen und Wertingen auf den Weg gebracht. Die Mitglieder beschlossen, die Kreisverwaltung mit der Erarbeitung einer neuen Medizinstrategie zu beauftragen. Damit soll die Zukunft der beiden Krankenhäuser gesichert und die medizinische Versorgung für die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis langfristig gewährleistet werden.

Die Verwaltung soll nun in den kommenden Wochen ein Konzept entwickeln, das die aktuellen und künftigen Anforderungen an die Kliniklandschaft analysiert. Die Strategie wird dabei sowohl medizinische als auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie die Kliniken ihre Leistungen effizienter gestalten und gleichzeitig die Versorgungsqualität ausbauen können.

Warum eine neue Strategie notwendig ist

Die Krankenhäuser in Dillingen und Wertingen stehen wie viele andere Kliniken in Deutschland vor großen Herausforderungen. Der medizinische Fortschritt, die steigende Lebenserwartung und der zunehmende Fachkräftemangel machen neue Antworten erforderlich. Die stationären Fallzahlen entwickeln sich dynamisch, und die Anforderungen an die Qualität der medizinischen Versorgung steigen kontinuierlich. Gleichzeitig wächst der wirtschaftliche Druck durch höhere Personalkosten und Investitionsstau.

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Vor diesem Hintergrund hält der Kreistag eine grundlegende Neuausrichtung für erforderlich. Die reine Fortschreibung bisheriger Strukturen reicht aus Sicht der Kreisräte nicht aus. Vielmehr geht es darum, die Stärken der beiden Standorte zu bündeln und ihre Zusammenarbeit zu intensivieren. Die neue Medizinstrategie soll klare Prioritäten setzen und als Grundlage für Investitionen dienen.

Ziele der Medizinstrategie

Ein zentrales Ziel ist die Sicherstellung einer wohnortnahen und hochwertigen Gesundheitsversorgung für alle Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises. Die Kliniken sollen als verlässliche Anlaufpunkte für die Grund- und Notfallversorgung gestärkt werden. Darüber hinaus will der Kreistag die wirtschaftliche Basis der Häuser verbessern. Die Strategie soll dazu beitragen, die Krankenhäuser langfristig finanziell zu stabilisieren und sie für qualifiziertes Personal attraktiver zu machen.

Die Kreisverwaltung wird bei der Erarbeitung des Konzepts auch prüfen, inwieweit Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten, ambulanten Pflegediensten und anderen Gesundheitseinrichtungen sinnvoll sind. Auch die Integration von Telemedizin und digitalen Lösungen wird thematisiert. Damit soll die medizinische Betreuung in der Fläche gestärkt werden – insbesondere für ältere und immobile Menschen.

Rolle der einzelnen Standorte

Besonderes Augenmerk liegt auf der künftigen Rolle der beiden Klinikstandorte. Das Krankenhaus in Dillingen ist das größere der beiden Häuser und bietet ein breites Spektrum an Akutmedizin. Die Klinik in Wertingen ergänzt das Angebot mit einem Fokus auf die ländliche Versorgung. In der neuen Strategie soll geklärt werden, welche Fachabteilungen an welchem Standort vorgehalten werden. Möglich sind eine stärkere Spezialisierung der Häuser oder die Verlagerung einzelner Angebote an einen Standort.

Der Kreistag ist sich bewusst, dass solche Überlegungen auch zu Einschnitten führen können. In der Sitzung wurde betont, dass die Entscheidungen auf Basis fundierter Daten und unter Einbeziehung der Beschäftigten und der Öffentlichkeit getroffen werden sollen. Die Verwaltung soll daher auch einen Beteiligungsprozess vorsehen.

Wie es nach dem Beschluss weitergeht

Mit dem Auftrag des Kreistags beginnt nun die konkrete Planungsphase. Die Verwaltung wird eine Bestandsaufnahme der aktuellen Leistungszahlen, der baulichen Substanz und der Personalausstattung erstellen. Darauf aufbauend werden verschiedene Szenarien entwickelt. Diese werden dem Kreistag voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte zur Beratung vorgelegt. Anschließend entscheidet das Gremium über die endgültige Ausrichtung der Kliniken.

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Bis dahin werden auch die Klinikleitungen und die Mitarbeitervertretungen in die Gespräche einbezogen. Die Kreisverwaltung betont, dass die Strategie nicht gegen die Belegschaften entwickelt werde, sondern gemeinsam mit ihnen. Auch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der umliegenden Gemeinden sollen beteiligt werden, um die regionalen Perspektiven zu bündeln.

Hintergrund zur Kliniksituation

Der Landkreis Dillingen ist für die Krankenhausversorgung seiner Bürgerinnen und Bürger verantwortlich. Die beiden Kliniken sind wichtige Arbeitgeber und Ankerpunkte für das Gesundheitswesen in der Region. In den vergangenen Jahren gab es wiederholt Diskussionen über die Auslastung und die Finanzierung der Häuser. Mit der neuen Medizinstrategie will der Kreistag nun einen strukturierten Weg aus der Defensive heraus finden.

Die Notwendigkeit zum Handeln ergibt sich aus den Entwicklungen im Gesundheitssektor: Die Bundesregierung plant eine Krankenhausreform, die tiefgreifende Veränderungen für Kliniken in ländlichen Räumen mit sich bringen dürfte. Der Landkreis will sich mit der eigenen Strategie frühzeitig auf diese Veränderungen einstellen und eigene Akzente setzen.

Einstimmigkeit und Erwartungen

Der Beschluss zur Erarbeitung der Medizinstrategie wurde im Kreistag ausdrücklich begrüßt. Politiker aller Fraktionen verwiesen auf die große Bedeutung der Krankenhäuser für die Region. Man sei sich einig, dass die Herausforderungen nur gemeinsam bewältigt werden können. Die Erwartung an die Verwaltung ist hoch: Sie soll ein tragfähiges und zukunftsfähiges Konzept vorlegen, das den medizinischen Anforderungen genügt und sich wirtschaftlich umsetzen lässt.

Die Kreisräte werden die Entwicklung des Prozesses eng begleiten. Sollten Zwischenergebnisse vorliegen, sollen die Ausschüsse zeitnah informiert werden. So bleibt das Gremium in der Verantwortung und kann bei Bedarf nachsteuern. Die Medizinstrategie wird damit zu einem zentralen politischen Projekt der laufenden Legislaturperiode im Landkreis Dillingen.