Merz bekommt seinen Willen, doch der Preis ist katastrophal
Merz bekommt Willen, katastrophaler Preis

Friedrich Merz hat sein dickes Personalpaket durch die Tür gebracht – aber nur mit einer Brechstange und einem katastrophalen Kollateralschaden. Thorsten Frei, bisher treuer Diener im Kanzleramt, wurde am 29. Juli 2026 mit 91,9 Prozent zum neuen Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt. Zum Vergleich: Merz selbst kam 2022 bei seiner Erstwahl auf nur 89,5 Prozent. Doch die Freude über den Wechsel währt kurz. Aus dem verdeckten Unmut in der Partei ist ein offener Aufstand gegen den Parteivorsitzenden geworden, der seines Amtes nicht mehr sicher sein kann.

Ein neuer Fraktionschef – aber die Partei brodelt

Thorsten Frei gilt als freundlicher und intelligenter Mann, der noch nie eine Revolution angeführt hat. Bislang diente er Merz im Kanzleramt. Nun muss er eine eigenständige Rolle finden – und das in einer Fraktion, die ihr eigenes Kraftzentrum darstellt. Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion, fragt sich: „Passt diese neue Rolle, die besonderes Selbstbewusstsein braucht, zu Frei?“ Die öffentlichen Angriffe aus der ersten Reihe der Partei sind bereits heftig.

CDU am Boden: Vergleich mit Spendenaffäre

Der Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels sagte der FAZ: „Die Lage ist ernster als zur Zeit der Spendenaffäre.“ Quoos, der die Spendenaffäre 1999 als Politikchef journalistisch begleitete, erinnert: „Die Spendenaffäre war der Ground Zero der CDU.“ Damals legte Helmut Kohl nach illegalen Millionenspenden sein Amt nieder, Wolfgang Schäuble trat wegen einer 100.000-Euro-Spende zurück, und die Union fiel in Umfragen zwölf Prozentpunkte hinter die SPD. Heute sind die Beliebtheitswerte der CDU ähnlich tief. Der Arbeitnehmerchef will mit dem Vergleich die dringende Erneuerung an der Spitze einfordern.

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SPD in der Krise: Verzweiflung an der Drei-Prozent-Hürde

Das Chaos in der CDU rückt die SPD etwas aus dem Fokus, doch der Regierungspartner kommt selbst nicht aus dem Knick. In Sachsen-Anhalt steht der Spitzenkandidat Armin Willingmann mit nur 5 bis 7 Prozent in den Umfragen knapp vor dem Aus. Seine Idee: die Fünf-Prozent-Hürde im Grundgesetz auf drei Prozent absenken. Quoos kommentiert: „Solche Ideen werden das Problem der SPD nur noch vergrößern.“ Die Verzweiflung bei den Genossen sei groß, und das Bild bei den Wählern sei fatal.

Anschlag in Berlin: Untersuchungsausschuss gefordert

Der blutige Anschlag auf den Christopher-Street-Day in Berlin wirft schwere Fragen auf. Der mutmaßliche Täter Abdul Ballout, ein islamistischer Gefährder, kam trotz Urteil nicht in Haft, sondern in Gesprächstherapien. Zwei seiner Cousins waren IS-Kämpfer. Eine elektronische Fußfessel wurde nicht eingesetzt, wie die Berliner Morgenpost recherchierte. Quoos fordert: „Ein Untersuchungsausschuss muss alles zu diesem Versagen ans Licht bringen. Das ist der Staat den Toten und Verletzten schuldig.“

Pro Asyl und die Abschiebepolitik: Maß verloren?

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) steht wegen der Abschiebung von Afghanen in der Kritik. Bei einem jüngsten Abschiebeflug wurde erstmals auch ein Mann abgeschoben, der kein verurteilter Straftäter war, aber zwingend ausreisepflichtig und illegal zurückgekehrt. Pro Asyl spricht von einem „moralischen Bankrott“. Doch Quoos entgegnet: In Deutschland leben über 450.000 afghanische Staatsangehörige, davon nur 15.300 ausreisepflichtig. Bei drei Flügen pro Monat würde die Abschiebung dieser Gruppe fast 14 Jahre dauern. „Wer hier von einem moralischen Bankrott spricht, verzerrt die wahren Verhältnisse“, so der Chefredakteur. Die dramatischen Warnungen von Pro Asyl seien nicht nur ungerecht, sondern maßlos überzogen.

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