Die japanische Regierungschefin Sanae Takaichi hat eine vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel und Getränke von derzeit acht auf ein Prozent angekündigt. Die Maßnahme soll ab April 2027 in Kraft treten und zwei Jahre lang gelten, wie Takaichi am Donnerstag erklärte. Es handelt sich um die erste Mehrwertsteuersenkung in Japan seit 1989.
Ziel: Entlastung von Verbrauchern und niedrigen Einkommen
Die Senkung zielt darauf ab, die Inflation abzufedern, die besonders Haushalte mit niedrigem Einkommen belastet. Ab 2029 soll wieder der reguläre Satz von acht Prozent gelten. Gleichzeitig sollen dann gezieltere Maßnahmen zur Unterstützung von Arbeitnehmern mit geringem Einkommen eingeführt werden, sagte Takaichi. Diese Gruppe leide besonders unter dem Anstieg der Sozialbeiträge.
Hohe Kosten trotz rekordhoher Staatsverschuldung
Die Steuersenkung wird den Staatshaushalt Presseberichten zufolge etwa zehn Billionen Yen (rund 53 Milliarden Euro) kosten. Japan hat eine der höchsten Staatsverschuldungen weltweit: Laut dem Internationalen Währungsfonds lag sie 2025 bei 204 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Regierung setzt dennoch auf diesen Schritt, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Bevölkerung zu entlasten.



