Hegseth zertrümmert Hoffnung auf harmonischen Nato-Gipfel
Hegseth zertrümmert Hoffnung auf harmonischen Nato-Gipfel

Verteidigungsministertreffen in Brüssel: Hegseth sorgt für Eklat

Brüssel – Eigentlich sollte der Nato-Gipfel im Juli ein Zeichen der Geschlossenheit setzen. Doch nun droht ausgerechnet der neue US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die Harmonie zu zerstören. Bei einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel machte Hegseth den Bündnispartnern drastische Ansagen und stellte die amerikanische Truppenpräsenz in Europa infrage.

Nur einen Tag, nachdem sich US-Präsident Donald Trump beim G7-Gipfel in Évian noch konziliant gezeigt hatte, schlug Hegseth einen ganz anderen Ton an. Er kündigte eine Überprüfung der Stationierung der US-Truppen in Europa innerhalb von sechs Monaten an – „vielleicht auch schneller“, wie er sagte. Die europäischen Verbündeten zeigten sich alarmiert.

„Keine Selbstverständlichkeit mehr“

Hegseth betonte, dass die USA nicht länger bereit seien, die Verteidigung Europas als Selbstverständlichkeit zu betrachten. „Wir erwarten von unseren Partnern, dass sie ihrer Verantwortung gerecht werden“, sagte der Minister. Konkret forderte er höhere Verteidigungsausgaben und mehr Engagement in der gemeinsamen Sicherheitspolitik.

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Die Reaktionen aus den europäischen Hauptstädten fielen gemischt aus. Während einige Regierungen Verständnis für die Forderungen zeigten, warnten andere vor einer Schwächung der Bündnissolidarität. „Die Nato lebt von der gegenseitigen Unterstützung“, sagte ein deutscher Diplomat. „Drohungen helfen da nicht weiter.“

Zeitpunkt kurz vor Gipfel

Besonders brisant ist der Zeitpunkt der Äußerungen: Nur drei Wochen vor dem Nato-Gipfel in Madrid sorgen sie für Verunsicherung. Geplant waren dort eigentlich Beschlüsse zur Stärkung der Ostflanke und zur Anpassung an neue Bedrohungen. Nun könnte das Treffen von der Debatte über die US-Truppenpräsenz überschattet werden.

Hegseths Vorstoß wird auch als Versuch gewertet, Druck auf die Verbündeten auszuüben, damit sie mehr Mittel für die Verteidigung bereitstellen. Die USA haben bereits mehrfach kritisiert, dass viele Nato-Staaten das Zwei-Prozent-Ziel nicht erreichen. „Wir können nicht ewig die Hauptlast tragen“, so Hegseth.

Auswirkungen auf die deutsch-amerikanischen Beziehungen

Die deutsch-amerikanischen Beziehungen könnten durch die jüngsten Entwicklungen weiter belastet werden. Deutschland, das sein Verteidigungsbudget erst allmählich erhöht, steht besonders im Fokus der US-Kritik. Hegseths Ansage könnte die laufenden Gespräche über die Stationierung amerikanischer Truppen in Deutschland erschweren.

Beobachter rechnen damit, dass das Thema beim Nato-Gipfel für heftige Diskussionen sorgen wird. „Die Europäer müssen jetzt geschlossen auftreten“, fordert ein Sicherheitsexperte. „Nur so können sie verhindern, dass die USA einseitig handelt.“

Ob Hegseths Rhetorik tatsächlich zu einer Verringerung der US-Truppen in Europa führt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass die Harmonie vor dem Gipfel dahin ist.

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