Bundeskanzler Friedrich Merz hat auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) bei Berlin klargestellt, dass das Scheitern des deutsch-französischen Kampfjet-Projekts FCAS (Future Combat Air System) nicht das Ende der gemeinsamen Rüstungsambitionen beider Länder bedeutet. Vielmehr wolle man den „eigentlichen Kern von FCAS weiterführen“.
Neue Wege bis Juli
Merz betonte, dass die Verteidigungsminister Deutschlands und Frankreichs bis Juli neue Wege erarbeiten würden, um die Zusammenarbeit im Bereich der Luftkampfsysteme fortzusetzen. Der Kanzler äußerte sich zuversichtlich, dass trotz der aktuellen Schwierigkeiten eine tragfähige Lösung gefunden werden könne.
Hintergrund des Projekts
Das FCAS-Projekt, das ein gemeinsames Kampfflugzeug der nächsten Generation sowie begleitende Drohnen und ein vernetztes Kampfsystem umfassen sollte, war in den vergangenen Monaten ins Stocken geraten. Unterschiedliche Auffassungen über Industriepartner, Technologietransfer und Kostenverteilung hatten zu Verzögerungen geführt. Merz‘ Aussagen auf der ILA signalisieren jedoch, dass Deutschland weiterhin an einer engen Kooperation mit Frankreich interessiert ist.
- Der Kern des FCAS-Projekts soll erhalten bleiben.
- Verteidigungsminister beider Länder arbeiten bis Juli an neuen Ansätzen.
- Die ILA in Berlin diente als Plattform für die Ankündigung.
Merz unterstrich die strategische Bedeutung des Projekts für die europäische Verteidigungsfähigkeit. „Europa muss in der Lage sein, seine Sicherheit eigenständig zu gewährleisten“, sagte der Kanzler. „Dazu gehören auch moderne Luftkampfsysteme, die wir gemeinsam entwickeln müssen.“
Reaktionen aus Frankreich
Aus französischen Regierungskreisen hieß es, man begrüße die Bereitschaft Deutschlands, an einer Lösung zu arbeiten. Man sei zuversichtlich, dass die bis Juli angesetzten Gespräche zu konkreten Ergebnissen führen würden. Beobachter erwarten, dass die neuen Wege möglicherweise eine Aufteilung des Projekts in kleinere, leichter umsetzbare Teilprojekte vorsehen könnten.
Die ILA, die in diesem Jahr unter dem Motto „Innovation für Sicherheit“ steht, bot den passenden Rahmen für Merz‘ Ankündigung. Der Kanzler nutzte die Gelegenheit auch zu einem Rundgang über das Gelände, bei dem er sich über neueste Technologien informierte.



