NATO-Übung Steadfast Dart: Deutschland als logistisches Drehkreuz für Bündnissolidarität
NATO-Übung Steadfast Dart: Deutschland als logistisches Drehkreuz

NATO demonstriert bei Steadfast Dart europäische Verteidigungsfähigkeit

Mit der großangelegten Militärübung Steadfast Dart 26 bereiten sich die NATO-Partner auf mögliche künftige Bedrohungslagen in der Ostseeregion vor. Die Übung, die als größtes Manöver des Bündnisses in diesem Jahr gilt, zeigt eindrucksvoll, wie Truppen schnell durch Europa verlegt werden können – und das ohne direkte Beteiligung der US-Streitkräfte.

Deutschland im Zentrum der Logistikoperation

NATO-General Ingo Gerhartz, der im niederländischen Brunssum das Kommando über das operative Hauptquartier führt, bezeichnete die voll angelaufene Militärübung als „starkes Zeichen der Bündnissolidarität“. „Die Übung unterstreicht die Bedeutung von Logistik und Infrastruktur, um Kräfte zügig durch Europa zu verlegen. Dabei spielt Deutschland eine Schlüsselrolle als zentrales logistisches Drehkreuz und wichtigstes Transitland“, erklärte Gerhartz gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Im Rahmen der NATO-Übung wurden in den vergangenen zehn Tagen Streitkräfte auf dem See-, Land- und Luftweg verlegt und in Deutschland gesammelt. Die Truppen agieren nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern bewegen sich etwa auch nach Niedersachsen zum Truppenübungsplatz Bergen.

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Marinestützpunkt Kiel als zentraler Anlaufpunkt

Im verschneiten Marinehafen von Kiel liegt derzeit das spanische Docklandungsschiff ESPS „Castilla“ vor Anker, wo Generalleutnant Gianluca Carai, Befehlshaber der Allied Reaction Force (ARF), bei einer Pressekonferenz die Bedeutung der Übung betonte. „Die Truppe muss kampfbereit und einsatzfähig sein“, sagte Carai und fügte hinzu, dass das Wetter dabei keine Rolle spiele.

Bundeswehr-Sprecher Frank Martin erklärte zur Ankunft des Flottenverbands mit Schiffen aus fünf Nationen: „Für den Marinestützpunkt Kiel ist das natürlich eine sehr starke Herausforderung. Ein Verband dieser Größe läuft nicht jeden Tag ein.“ Doch der Stützpunkt könne die Schiffe versorgen, Reparaturen durchführen und Treibstoff bereitstellen.

Umfang und Bedeutung der Übung

Das operative Hauptquartier in Brunssum führt die Übung mit folgenden Kräften durch:

  • Rund 10.000 Soldaten aus 13 Nationen
  • Mehr als 1.500 Fahrzeuge
  • 17 Schiffe verschiedener NATO-Partner

Die größten Beiträge kommen aus südeuropäischen Ländern wie Italien, Spanien und Griechenland sowie der Türkei. Bestritten wird das Großmanöver von der sogenannten Allied Reaction Force (ARF) der NATO, einer schnellen rund 40.000 Soldaten starken Eingreiftruppe, die ständig in Bereitschaft ist und als „Speerspitze der NATO“ gilt.

Unter Carais Kommando befinden sich Marine-, Luft-, Land-, Cyber-, Weltraum- und Spezialeinheiten. Dies gebe ihm als Oberbefehlshaber nach eigener Aussage genügend Flexibilität, um zu entscheiden, welche Art von Intervention umgesetzt werden soll.

Politische Dimension und sicherheitspolitische Einordnung

Bundeswehr-Sprecher Martin betonte, dass die Wahl der Ostsee als Übungsort keinen konkreten Anlass habe, sondern aufgrund der nötigen Rahmenbedingungen getroffen wurde. „Dass das natürlich, das wissen wir alle, im Zusammenhang steht mit sehr angespannten sicherheitspolitischen Situationen in der Ostsee, das kann man natürlich nicht von der Hand weisen“, räumte der Sprecher ein.

Die Tatsache, dass die US-Streitkräfte nicht unmittelbar an diesem Manöver beteiligt sind, wird nicht als politisches Signal verstanden. Die NATO will damit jedoch zeigen, dass sie eine Verstärkung auch ohne die USA hinbekommt. Die Stärkung der europäischen Säule der NATO ist politisch ein bedeutendes Thema, das auch auf der Münchner Sicherheitskonferenz diskutiert wird.

Am 18. Februar soll zudem eine amphibische Landungsoperation am Truppenübungsplatz Putlos durchgeführt werden. Generalleutnant Carai betonte, dass eine der Kernaufgaben der NATO, die alle Einheiten erfüllen müssen, die Abschreckung und Verteidigung sei. In der vergangenen Zeit seien bereits verschiedene Trainingsaktivitäten durchgeführt worden, um diese Fähigkeiten zu schärfen und die Bündnissolidarität praktisch unter Beweis zu stellen.

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