Wirecard-Skandal: Sechs Jahre und kein Ende der Aufarbeitung
Wirecard: Sechs Jahre und kein Ende der Aufarbeitung

Vor genau sechs Jahren, am 18. Juni 2020, erschütterte eine Nachricht die Finanzwelt: Der Dax-Konzern Wirecard gab bekannt, dass 1,9 Milliarden Euro – ein Viertel der Bilanzsumme – verschwunden seien. Es lägen Hinweise auf „unrichtige Saldenbestätigungen zu Täuschungszwecken“ vor, erklärte der Zahlungsabwickler. Der einstige Vorzeigekonzern war zusammengebrochen.

Ein Skandal ohne Ende

Sechs Jahre später ist die Aufarbeitung immer noch nicht abgeschlossen. Der frühere Wirecard-Vorstandschef Markus Braun hofft nach wie vor auf einen Freispruch. Er sitzt seit Juli 2020 in Untersuchungshaft – ein Justizrekord. Der flüchtige Asienvorstand Jan Marsalek, ein ehemaliger russischer Spion, bleibt weiterhin auf der Flucht. Ein Ende des Verfahrens gegen Braun und zwei Mitangeklagte ist nicht absehbar.

Vertrauensverlust in den Rechtsstaat

Der Skandal vernichtete ein Aktienvermögen von in der Spitze 24 Milliarden Euro und erschütterte das Vertrauen in den Finanzstandort Deutschland zutiefst. Die langsame Aufarbeitung beschädigt nun auch das Vertrauen in den Rechtsstaat. Viele fragen sich, warum die Justiz so lange braucht, um den Fall aufzuklären.

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Die bange Stunde am 18. Juni 2020 begann mit der Verschiebung der Bilanzvorlage. Um 10:43 Uhr kam dann die Klarheit: Wirecard zweifelte an der Existenz von 1,9 Milliarden Euro. Sieben Tage später brach der Konzern zusammen. Wer dachte, der Skandal werde aufgrund seiner himmelschreienden Abgründe – ein geflohener russischer Spion im Vorstandsrang, Geldwäsche und Scheingeschäfte in Milliardenhöhe – rasch aufgeklärt, wurde eines Schlechteren belehrt.

Die Aufarbeitung zieht sich hin, und das Vertrauen in die Institutionen leidet. Der Fall Wirecard bleibt ein dunkles Kapitel der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

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