Koalitionsrechner zur Sachsen-Anhalt-Wahl: AfD vorn, BSW als Zünglein an der Waage
Sachsen-Anhalt-Wahl: AfD vorn, BSW als Zünglein

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 könnte die politische Landschaft des Bundeslandes grundlegend verändern. Aktuelle Umfragen sehen die Alternative für Deutschland (AfD) deutlich vorn, jedoch ohne Aussicht auf eine absolute Mehrheit. Der Koalitionsrechner zeigt, dass eine Regierungsbildung nur mit ungewöhnlichen Bündnissen möglich wäre – und dass das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) eine Schlüsselrolle spielen könnte.

AfD führt, aber Mehrheit ungewiss

Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa vom Anfang Juli liegt die AfD mit etwa 28 Prozent vor der CDU (24 Prozent) und der SPD (14 Prozent). Die Linke käme auf 11 Prozent, die Grünen auf 6 Prozent, die FDP auf 4 Prozent und das BSW auf exakt 5,0 Prozent. Damit würde die FDP den Wiedereinzug in den Landtag verpassen, während die Grünen knapp über der Fünf-Prozent-Hürde lägen. Das BSW würde erstmals in den Landtag einziehen.

Der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) kann seine bisherige Koalition aus CDU, SPD und FDP nicht fortsetzen, da die FDP voraussichtlich ausscheidet. Die AfD unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat mit 28 Prozent rechnerisch nur dann eine Mehrheit, wenn sie mit dem BSW koaliert. Gemeinsam kämen AfD und BSW auf 44 der 83 Sitze – zwei mehr als die benötigten 42. Allerdings ist eine solche Links-Rechts-Koalition in der AfD umstritten und würde starken Einfluss von BSW-Chefin Sahra Wagenknecht bedeuten.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

CDU-Alternativen: Vierer-Bündnis oder Dreier-Koalition

Für die CDU unter Sven Schulze gibt es ebenfalls Optionen. Ohne BSW im Landtag – also bei nur vier Parteien – wäre eine Koalition aus CDU, SPD und Linken möglich, die gemeinsam auf 44 Sitze käme. Mit BSW müsste Schulze eine Vierer-Koalition aus CDU, SPD, Linken und BSW bilden, was politisch schwierig wäre. In der Direktwahlfrage von Infratest dimap liegt Schulze mit 36 Prozent vor Siegmund mit 32 Prozent, was seine Chancen als Ministerpräsident unterstreicht.

Die Zahl der Parteien im Landtag könnte von sechs auf fünf oder sogar vier sinken. Neben der FDP sind auch die Grünen gefährdet, die in einigen Umfragen unter fünf Prozent liegen. Das BSW hofft, mit genau fünf Prozent den Einzug zu schaffen.

Wahlablauf und Ausblick

Rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt können am 6. September ihre Stimme abgeben. Die Wahllokale schließen um 18 Uhr, danach beginnen die Auszählungen. Erste Prognosen werden kurz nach 18 Uhr erwartet, gefolgt von Hochrechnungen im Laufe des Abends. Landeswahlleiterin Christa Dieckmann wird das vorläufige Ergebnis voraussichtlich in der Wahlnacht oder am frühen Morgen des 7. September bekanntgeben.

„Die Entscheidung über die Mehrheitsverhältnisse liegt allein bei den Wählern“, betont ein Sprecher der Landeswahlleitung. Sollte das Ergebnis knapp ausfallen, insbesondere bei den Parteien nahe der Fünf-Prozent-Hürde, könnte es ein langer Wahlabend werden. Die möglichen Koalitionen reichen von einer AfD-BSW-Regierung bis hin zu einer breiten Allianz unter Führung der CDU – je nachdem, wie die Wähler entscheiden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration