Die Stadt Dresden streicht den Betriebskostenzuschuss für das Rudolf-Harbig-Stadion. Das geht aus dem Beschlusspapier für den Doppelhaushalt 2027/28 hervor. Dem Zweitligisten SG Dynamo Dresden drohen damit Mietkosten von vier bis fünf Millionen Euro pro Saison. Dies würde einen erheblichen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Vereinen bedeuten.
Bislang erhielt die Stadionprojektgesellschaft jährlich 500.000 Euro von der Stadt. Ursprünglich waren es sogar 1,5 Millionen Euro. Für den kommenden Doppelhaushalt ist jedoch kein Cent mehr vorgesehen. Dynamo Dresden müsste dann die volle Miete für das Stadion selbst tragen.
Leichtathletik erhält Förderung, Dynamo geht leer aus
Während der Fußballverein keine Unterstützung mehr bekommt, fließt weiterhin Geld in andere Sportarten. Für die Leichtathletik-Wettbewerbe im Stadion sind für beide Haushaltsjahre jeweils 375.000 Euro eingeplant. Diese Veranstaltungen locken einmalig bis zu 15.000 Zuschauer an. Dynamo Dresden hingegen spielt vor regelmäßig über 30.000 Fans – alle zwei Wochen.
Der Stadtsportbund teilte zudem mit, dass die Landeshauptstadt insgesamt 1,25 Millionen Euro für zwei Sportgroßveranstaltungen bereitstellt. 500.000 Euro fließen in die Bewerbung als Etappenort der Deutschland Tour 2027. Weitere 750.000 Euro sind für die Verlängerung des City Biathlon um zwei Jahre vorgesehen.
Stadtrat beschließt Förderung trotz Haushaltskrise
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt der Entscheidung. Der Stadtrat fasste die Beschlüsse einen Tag nach der Debatte über die angespannte Haushaltslage und der Aufhebung der Haushaltssperre. Der Stadtsportbund betonte dies in seinem Newsletter. „Die Beschlüsse wurden vom Stadtrat mehrheitlich gefasst – einen Tag nach der Debatte über die angespannte Haushaltslage der Landeshauptstadt und der Aufhebung der Haushaltssperre.“
Während also für andere Events Geld da ist, bleibt Dynamo Dresden außen vor. Dabei belegt eine Studie des Beratungsunternehmens „SLC Management“, dass die Präsenz der SGD in der 2. Liga jährlich 122 Millionen Euro in Dresden und der Region generiert. Dieser Betrag entsteht durch Werbeeffekte, Gastronomie, Hotellerie und Steuern. Ein möglicher Bundesliga-Aufstieg würde diese Summe noch einmal massiv steigen lassen.
Dynamo etabliert sich in der 2. Liga – Stadt verliert Glauben
Ausgerechnet jetzt, wo sich der Traditionsklub erstmals seit Jahren nachhaltig in der 2. Bundesliga etabliert, sendet die Stadt ein fatales Signal. Die endgültige Entscheidung über den Haushalt fällt im November. Sollte bis dahin keine Änderung erfolgen, ist mit keiner weiteren Unterstützung zu rechnen. „Wenn dann aber nichts drin steht, fällt in der Regel auch kein Geld mehr vom Himmel“, kommentiert ein Insider.
Die Fans von Dynamo Dresden zeigen immer wieder, dass sie und der Verein zusammengehören. Ob die Stadt dies ebenfalls noch erkennt, bleibt abzuwarten.



