Eberl freut sich über Hoeneß' 100-Prozent-Prognose
Eberl freut sich über Hoeneß' 100-Prozent-Prognose

Max Eberl hat erstmals auf die bemerkenswerte Einschätzung von Uli Hoeneß reagiert. Der Ehrenpräsident des FC Bayern hatte am Donnerstag erklärt, dass die Chancen auf eine Vertragsverlängerung des Sportvorstands bei „100 Prozent“ liegen. Damit korrigierte er seine eigene Prognose vom Ende Mai deutlich nach oben – damals hatte er die Chancen noch mit „60:40“ beziffert.

„Die Worte am Donnerstag haben mich sehr gefreut, da mache ich keinen Hehl daraus. Man hört lieber Lob als Kritik“, sagte Eberl in einer Medienrunde am Rande der Asien-Reise des deutschen Rekordmeisters auf der südkoreanischen Insel Jeju. Er ergänzte: „Ich versuche, den Job für Bayern München zu machen und die Menschen, die darüber entscheiden, zu überzeugen, dass ich keine so schlechte Wahl bin. Am Ende wird es der Aufsichtsrat entscheiden.“

Der Vertrag des 52-Jährigen läuft noch bis Sommer 2027. Über eine Verlängerung hat der Aufsichtsrat um Präsident Herbert Hainer zu befinden. Hoeneß' jüngste Aussagen gelten als starkes Signal, dass Eberl auf ein positives Ergebnis hoffen darf. Nach Einschätzung von Beobachtern könnte der neue Vertrag bereits bei der Jahreshauptversammlung am Wochenende vom 20. bis 22. November vorgelegt werden.

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Das Vertrauen der Bosse ist gewachsen

Der Grund für den Stimmungswandel dürfte in den jüngsten Transferaktivitäten liegen. Eberl hat zusammen mit Sportdirektor Christoph Freund den Kader des FC Bayern gezielt verstärkt. Mit dem marokkanischen WM-Shootingstar Ismael Saibari und Linksverteidiger Nathaniel Brown kamen zwei ausdrückliche Wunschspieler von Trainer Vincent Kompany. Saibari wechselte für rund 50 Millionen Euro von PSV Eindhoven nach München, Brown kostete ebenfalls 50 Millionen Euro plus fünf Millionen Euro an Bonuszahlungen von Eintracht Frankfurt.

Besonders die frühe Einbindung des Aufsichtsrats in die Transferpläne kam gut an. Eberl informierte die Entscheidungsgremien rechtzeitig über die geplanten Verpflichtungen – ein Vorgehen, das in der Chefetage auf Zustimmung stieß. Hoeneß nannte die Transferperiode des Klubs in diesem Sommer schließlich eine „perfekte Transferperiode“. Das Lob richtete sich in erster Linie an Eberl, der die Fäden gezogen hatte.

Auch wenn Eberl erst seit März 2024 im Amt ist, hat er in den vergangenen Wochen offenbar deutlich an Rückhalt gewonnen. Der 52-Jährige hat mit seiner ruhigen Art überzeugt und die Erwartungen der Vereinsführung erfüllt. Die Aussagen von Hoeneß werten seine Position weiter auf.

Vertragsgespräche sollen noch in diesem Jahr starten

Eberl selbst zeigte sich offen für eine Fortsetzung. „Wenn man weitermachen möchte, dann bin ich bereit zu reden“, sagte er mit Blick auf die anstehenden Gespräche. Eine offizielle Einladung des Aufsichtsrats liegt demnach noch nicht vor, doch die Zeichen stehen gut. Der 52-Jährige rechnet offenbar damit, dass die Entscheidung noch in diesem Jahr fällt – spätestens zur Jahreshauptversammlung im November.

Sollte es zur Verlängerung kommen, hätte der FC Bayern eine dringend benötigte personelle Kontinuität an der sportlichen Spitze geschaffen. Eberl hatte den Posten im März 2024 übernommen und seither zusammen mit Freund die Transferpolitik des Klubs verantwortet. Gemeinsam mit Freund bildet er ein Duo, das die Verantwortlichen offenbar vollständig überzeugt hat.

Vier Profis stehen vor dem Abschied

Während die Zukunft von Eberl vielversprechend aussieht, planen die Münchner parallel den nächsten Kaderumbau. Der Klub möchte sich von vier Leih-Rückkehrern trennen, die in den Planungen von Trainer Kompany keine Rolle mehr spielen. Zu diesem Quartett gehören João Palhinha (31), zuletzt an Tottenham ausgeliehen, Sacha Boey (25), der von Galatasaray zurückkehrte, Bryan Zaragoza (24), der nach seiner Leihe zur AS Rom derzeit wegen einer Knie-Entzündung in der Reha ist, sowie Armindo Sieb (23), der an Mainz verliehen war.

Mit diesen Abgängen wollen die Verantwortlichen den Kader verschlanken und finanziellen Spielraum schaffen. Die Transferperiode des FC Bayern ist damit noch nicht abgeschlossen – weitere Zu- oder Abgänge sind möglich. Eberl und Freund arbeiten weiter an der Zusammenstellung eines konkurrenzfähigen Teams für die neue Saison.

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Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Eberl die Wertschätzung von Hoeneß in einen neuen Vertrag ummünzen kann. Die Ausgangslage ist jedenfalls so gut wie lange nicht mehr.