Schalke: Lindström-Transfer geplatzt – Napoli verärgert Königsblau
Schalke: Lindström-Transfer geplatzt – Napoli verärgert

Der FC Schalke 04 hat den Transfer von Jesper Lindström vorerst platzen lassen. Nach Informationen von BILD haben die Verhandlungen mit dem SSC Neapel den Höhepunkt der Eskalation erreicht: Der Aufsteiger aus Gelsenkirchen hat die Gespräche auf Eis gelegt. Die Verantwortlichen werfen dem italienischen Klub vor, sich nicht an mündliche Absprachen zu halten. Der Däne, der eigentlich schon in Schalke hätte einziehen sollen, muss nun die Rückreise nach Italien antreten.

Erst am Freitag war Lindström in Deutschland eingetroffen. Der 26-jährige Spielmacher bezog ein Hotel in Gelsenkirchen, um den Medizincheck zu absolvieren. Am Montag, dem 3. August, hätte er beim offiziellen Mannschaftsfoto des Revierklubs dabei sein sollen. Doch daraus wird nichts: Alle Pläne sind abgeblasen, der Transfer ist vorerst geplatzt.

Prestige-Transfer für den Aufsteiger

Für Schalke 04 war die Verpflichtung von Lindström ein Prestigeprojekt. Als Aufsteiger wollte der Klub ein Zeichen setzen und einen bekannten Namen nach Gelsenkirchen holen. Lange deutete alles darauf hin, dass dieser Plan aufgeht: Schon vor dem Trainingslager in Österreich war der Wechsel nahezu durch. Auch Lindström zeigte großes Interesse an einem Wechsel ins Ruhrgebiet. Die sportliche Leitung hatte den Dänen als eine der zentralen Säulen für die kommende Saison eingeplant.

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Doch nun ist die Ernüchterung groß. Aus dem innersten Führungszirkel der Königsblauen ist zu hören, dass Neapel immer wieder Versprechen macht, die kurz darauf wieder einkassiert werden. Besonders die Verhandlungsführung der Italiener verärgert die Schalker. Es geht – wie so oft im Fußballgeschäft – um Geld: die Ablösesumme und Vertragsklauseln. Neapel besteht offenbar auf einer Kaufpflicht, Schalke will lediglich eine Kaufoption. Wer am Ende nachgibt, ist derzeit nicht in Sicht.

„Wir lassen uns nicht am Nasenring durch die Arena ziehen“

Die Stimmung an der Veltins-Arena ist entsprechend aufgeheizt. Aus dem Verein ist zu hören: „Wir lassen uns von den Italienern nicht am Nasenring durch die Veltins-Arena ziehen!“ Diese Aussage verdeutlicht, wie tief das Vertrauen in den Verhandlungspartner gesunken ist. Für Lindström bedeutet das: Er wird vorerst nicht nach Gelsenkirchen wechseln. Nach BILD-Informationen wird er in den kommenden Tagen zurück nach Italien fliegen, ohne auch nur einmal das Trikot der Königsblauen getragen zu haben.

Ein Transfer in den nächsten Tagen ist damit so gut wie ausgeschlossen. Schalke wäre nach Angaben aus dem Klubumfeld nur dann bereit, den Deal doch noch über die Bühne zu bringen, wenn Neapel sich ausnahmslos an die früheren mündlichen Zusagen hält. Doch daran glaubt aktuell niemand im Verein. Die Gespräche ruhen – bis auf Weiteres.

Sportliche Bilanz: einst Top, heute Flop?

Doch abseits der Verhandlungsprobleme bleibt eine weitere Frage: Bringt Lindström Schalke überhaupt sportlich weiter? Der Däne überzeugte vor drei Jahren bei Eintracht Frankfurt, als er in 80 Spielen an 28 Toren direkt oder indirekt beteiligt war. Das brachte ihm einen Wechsel für 30 Millionen Euro zur SSC Neapel ein. Seitdem jedoch präsentiert er sich nicht mehr auf diesem Niveau. Insgesamt 74 Einsätze für Neapel, Everton und Wolfsburg stehen nur zwei Torvorlagen gegenüber. Bei seinen Leihstationen konnte er nie dauerhaft überzeugen. Am Ende der vergangenen Saison stieg er mit dem VfL Wolfsburg aus der Bundesliga ab.

Für Schalke wäre Lindström also keineswegs eine verlässliche Größe gewesen. Die sportliche Leitung hoffte vermutlich, den Spieler durch die vertraute Umgebung der Bundesliga zu alter Stärke zu führen. Doch mit nur zwei Assists in den letzten drei Jahren scheint das Risiko hoch. Dass der Transfer nun geplatzt ist, könnte sich für die Königsblauen also auch als versteckter Segen erweisen – auch wenn der Frust über die Art und Weise des Scheiterns zunächst überwiegt.

Was bedeutet das für Schalke?

Schalke 04 muss nun die Planungen ohne Lindström vorantreiben. Der Klub wird sich nach Alternativen umsehen müssen, auch wenn diese nicht den gleichen Namen haben dürften. Die Verantwortlichen haben deutlich gemacht, dass sie sich nicht von Neapel unter Druck setzen lassen. Das kann die Transferaktivitäten verzögern, aber auch ein Signal der Stärke sein.

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Ob der Däne doch noch einsteigt, hängt allein von Neapel ab. Sollten die Italiener einlenken und die mündlichen Zusagen einhalten, könnte der Deal noch kippen. Bis dahin bleibt Schalke nur die Hoffnung auf eine überraschende Wende – oder eben auf andere Lösungen.