FIFA verschweigt Hinweise zu WM-Wettbetrug – Gremium widerspricht
FIFA verschweigt Hinweise zu WM-Wettbetrug

Die FIFA verkündete nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, dass abseits des Rasens alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Doch ein internationales Expertengremium widerspricht: Es gebe Hinweise auf mögliche Unregelmäßigkeiten bei WM-Wetten.

Group of Copenhagen meldet sieben gelbe Hinweise

Das internationale Netzwerk „Group of Copenhagen“, das vom Europarat zur Bekämpfung der Manipulation von Sportwettkämpfen gegründet wurde, hat bei der Überwachung aller 104 WM-Spiele sieben gelbe Hinweise auf potenzielle Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Wetten ausgesprochen. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Gremiums hervor.

Ein gelber Hinweis bedeutet, dass erste Anhaltspunkte auf mögliche Unregelmäßigkeiten vorliegen, die eine weitere Prüfung erfordern. Die Group of Copenhagen verwendet ein Farbsystem: Grün für den Normalfall, Gelb für erste Verdachtsmomente, Orange für erhöhte Alarmbereitschaft bei konkreten Hinweisen und Rot für höchste Alarmbereitschaft bei eindeutigen oder sehr starken Belegen. Laut der Mitteilung wurden keine orangen oder roten Hinweise ausgesprochen.

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FIFA sah keine verdächtigen Aktivitäten

Der Fußball-Weltverband FIFA hatte am vergangenen Dienstag in einer Erklärung mitgeteilt, dass die FIFA-Integritätsarbeitsgruppe auf Grundlage der während des gesamten Turniers erhobenen und analysierten Informationen „weder verdächtige Wettaktivitäten noch Anzeichen für Spielmanipulationen im Zusammenhang mit irgendeiner Partie“ festgestellt habe. Dank der engen Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppe, der unter anderem auch die Group of Copenhagen angehörte, hätten „potenzielle Hinweise auf Spielmanipulationen sowie etwaige Maßnahmen fachkundig, koordiniert und rasch beurteilt werden“ können, ergänzte die FIFA.

Erweiterte WM erforderte verstärkte Überwachung

Laut der Group of Copenhagen habe die Ausweitung der WM auf 48 Mannschaften „verstärkte Überwachungsmaßnahmen“ erfordert. Im Mittelpunkt der Arbeit standen Wettmärkte, Quotenentwicklungen und die Entfernung von Wettangeboten. Erstmals sei auch eine kontinuierliche Überwachung von Prognosemärkten durchgeführt worden. Im Unterschied zu klassischen Wettbüros agiert die Plattform nur als Makler und führt Käufer und Verkäufer mit gegensätzlichen Erwartungen an ein Ereignis zusammen. „Diese Märkte stellen neue Herausforderungen für die Integrität dar, da sie es Nutzern ermöglichen, auf eine Vielzahl von Ereignissen zu wetten – oft anonym und unter Verwendung schwer nachverfolgbarer Zahlungsmethoden“, ließ die Group of Copenhagen verlauten.

Die unterschiedlichen Aussagen von FIFA und Group of Copenhagen werfen Fragen auf, ob die Integrität der WM tatsächlich gewahrt wurde. Während die FIFA keine Hinweise auf Betrug sieht, signalisieren die gelben Hinweise des Expertengremiums, dass zumindest eine genauere Prüfung bestimmter Vorfälle notwendig ist.

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