Gulacsi vor Wechsel zu Villarreal: Medizincheck im Privatjet
Gulacsi vor Wechsel zu Villarreal: Medizincheck im Priva

Am Sonntagnachmittag betraten die Stars von RB Leipzig erstmals den Trainingsplatz im Camp in Saalfelden, doch fast zeitgleich nahm eine Ära ein Ende: Torwart Peter Gulacsi (36) machte sich auf den Weg nach Spanien. Die Leipzig-Legende steht unmittelbar vor ihrem Abschied – der Wechsel zum spanischen Top-Klub Villarreal ist so gut wie perfekt.

Privatjet nach Valencia: Medizincheck am Abend

Um 16.32 Uhr tauchte Gulacsi zusammen mit seiner Frau Diana und den Söhnen Dominik und Vince am Flughafen Schkeuditz auf. Die Familie hob um 17.15 Uhr im Privatjet nach Valencia ab. Nach der Landung in Spanien steht für den ungarischen Nationaltorwart der Medizincheck an. Läuft alles planmäßig, unterschreibt er nach Informationen der BILD einen Zweijahresvertrag mit einer Option auf ein weiteres Jahr.

Die Reise mit der gesamten Familie unterstreicht die Ernsthaftigkeit des Vorhabens. Gulacsi soll nicht nur als Ersatzkeeper eingeplant sein, sondern als Führungspersönlichkeit die Defensive von Villarreal stabilisieren. Der Klub aus der spanischen Mittelmeerregion hat sich in den vergangenen Jahren als europäischer Dauergast etabliert und strebt auch in der kommenden Saison wieder international an.

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Zwei Millionen plus Boni: So kalkuliert Villarreal

Bei der Ablösesumme hatten sich beide Vereine nach BILD-Informationen bereits vorab grundlegend geeinigt. Die Spanier bieten demnach zwei Millionen Euro für den erfahrenen Keeper. Hinzu kommen Bonuszahlungen, die unter anderem an das Erreichen der Champions League sowie weitere sportliche Bedingungen geknüpft sind. Für Leipzig ist das Geschäft wirtschaftlich vertretbar, da Gulacsis Vertrag ursprünglich noch bis 2026 gelaufen wäre – dank der Einigung spart der Bundesligist nun Gehaltszahlungen.

Der Transfer markiert das Ende einer der erfolgreichsten Ären der Klubgeschichte. Gulacsi war 2015 von RB Salzburg nach Leipzig gewechselt und absolvierte seither 362 Pflichtspiele für die Sachsen. Damit ist er einer der dienstältesten und meistbeschäftigten Spieler im Kader. In seiner Zeit gewann er zweimal den DFB-Pokal – 2022 und 2023 – und feierte mit Leipzig den Einzug ins Halbfinale der Champions League 2020. Auch in der Bundesliga gehörte er lange zu den konstantesten Torhütern der Liga.

Nyland als Nachfolger: Rückkehr nach Leipzig

Der Nachfolger für Gulacsi steht ebenfalls schon parat. Sobald der Deal mit dem Ungarn offiziell ist, wird RB Leipzig den norwegischen Nationaltorwart Örjan Nyland (35) verpflichten. Nyland ist aktuell vereinslos und hat sich mit dem Bundesligisten grundsätzlich auf einen Zweijahresvertrag geeinigt. Der Schlussmann stand bereits in der Saison 2022/23 in Leipzig unter Vertrag, kam damals jedoch nur zu wenigen Einsätzen. Nun soll er als Stammkeeper einspringen und die Lücke schließen, die Gulacsi hinterlässt.

Nyland, der mit Norwegen an der Weltmeisterschaft teilnahm, wird zu Wochenbeginn im Trainingscamp in Saalfelden erwartet. Leipzig-Coach Martin Demichelis (45) kann dann auf einen kompletten Torwart-Kader zurückgreifen. Ohne die beiden Keeper stand am Sonntag zunächst nur eine lockere Regenerationseinheit auf dem Programm – für die Feldspieler, die am Vortag noch im Testspiel gefordert waren.

Demichelis kündigt Härte an: Trainingslager-Test gegen Leeds

Ab Montag zieht Demichelis die Zügel an. Zwei Trainingseinheiten stehen zum Wochenauftakt auf dem Plan. Bereits vor der Abreise ins österreichische Camp hatte der Trainer angekündigt: „Die vierte Woche ist die härteste der ganzen Vorbereitung. Es wird hart.“ Die Mannschaft muss sich auf intensive Belastung einstellen – insgesamt neun Trainingseinheiten sind vorgesehen, ehe am Samstag der Test beim englischen Klub Leeds United ansteht.

Für Gulacsi beginnt derweil der nächste Lebensabschnitt. In Villarreal soll er nicht nur sportlich überzeugen, sondern auch als Mentor für jüngere Torhüter wirken. Der Klub aus der Comunidad Valenciana hat in der Vergangenheit immer wieder erfahrene Spieler verpflichtet, um die Mannschaft in entscheidenden Phasen zu stabilisieren. Mit seiner Routine und seiner Ausstrahlung gilt Gulacsi als idealer Kandidat für diese Rolle.

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Die Fans von RB Leipzig werden den Ungarn schmerzlich vermissen. Seine Identifikation mit dem Verein war außergewöhnlich – vom Aufstieg in die Bundesliga bis zu den jüngsten Erfolgen. Doch der Wechsel bietet beiden Seiten eine neue Chance: Leipzig verjüngt die Torhüterposition, während Gulacsi in Spanien noch einmal eine wichtige Aufgabe auf großer Bühne übernimmt.