Der FSV Mainz 05 hat nach dem schwachen Saisonstart die Reißleine gezogen und sich von Trainer Sandro Schwarz getrennt. Wie der Verein am Montag offiziell bekannt gab, wird der bisherige Chefcoach mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Die Nachfolge übernimmt der frühere Mainzer Trainer Christian Fischer, der bereits zwischen 2015 und 2017 beim FSV an der Seitenlinie stand.
Fischer kehrt nach Mainz zurück
Der 56-jährige Fischer kehrt damit an seine alte Wirkungsstätte zurück, wo er in der Saison 2015/16 als Interimstrainer eingesprungen war und den Klassenerhalt geschafft hatte. In der folgenden Spielzeit führte er die Mannschaft auf einen starken siebten Platz. Zuletzt war Fischer in der Schweiz aktiv und trainierte dort den FC Thun, bevor er im Sommer 2020 freigestellt wurde. Nun soll er den FSV aus der Krise führen.
Die Entscheidung fiel nach dem enttäuschenden 0:4 am Samstag bei der TSG Hoffenheim, dem vierten Pflichtspiel ohne Sieg in Folge. In der Tabelle steht Mainz mit nur vier Punkten aus sechs Spielen auf dem 17. Platz und damit auf einem direkten Abstiegsrang. Sportvorstand Rouven Schröder erklärte: „Wir haben uns schweren Herzens zu diesem Schritt entschlossen, aber wir sind überzeugt, dass wir mit Christian Fischer den richtigen Mann für die kommenden Aufgaben gefunden haben. Er kennt den Verein, die Stadt und die Fans bestens und hat bereits bewiesen, dass er Mannschaften stabilisieren und weiterentwickeln kann.“
Schwarz zog Konsequenzen
Sandro Schwarz, der den Verein im Sommer 2017 übernommen hatte, musste nach nur 15 Monaten seinen Hut nehmen. Unter seiner Regie holte Mainz in dieser Saison lediglich einen Sieg und drei Unentschieden. Der 40-Jährige zeigte Verständnis für die Entscheidung: „Natürlich bin ich enttäuscht, aber ich kann die Entscheidung des Vereins nachvollziehen. Die Ergebnisse haben einfach nicht gestimmt. Ich wünsche der Mannschaft und dem Verein für die Zukunft alles Gute.“
Die Mainzer Verantwortlichen erhoffen sich von Fischer vor allem eine defensive Stabilität. In den ersten sechs Partien kassierte das Team bereits 15 Gegentore – nur der FC Augsburg (16) hat mehr kassiert. Zudem gelangen erst fünf Treffer, wobei drei davon am zweiten Spieltag beim 3:0 gegen den VfB Stuttgart erzielt wurden. Seitdem wartet die Mannschaft auf einen Sieg und blieb in den letzten drei Partien ohne Torerfolg.
Fischer vor schwieriger Aufgabe
Christian Fischer übernimmt eine Mannschaft, die das Potenzial hat, aber mental verunsichert wirkt. Vor allem die Abwehr um Innenverteidiger Stefan Bell und Neuzugang Moussa Niakhaté agiert wackelig. Hinzu kommen Verletzungsprobleme: Stammkeeper Robin Zentner fehlt wegen einer Schulterverletzung, und auch Offensivspieler Levin Öztunali ist angeschlagen. Fischer muss also schnell Lösungen finden, um die Mannschaft zu stabilisieren.
Sein Debüt gibt Fischer am Samstag im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. Die Partie gegen die Niedersachsen ist richtungsweisend, denn danach warten mit Borussia Dortmund und RB Leipzig zwei dicke Brocken. Schröder fordert eine Reaktion: „Wir erwarten, dass die Mannschaft mit neuer Energie auftritt und die Fans wieder hinter sich bringt. Jeder Einzelne ist jetzt gefordert, Verantwortung zu übernehmen.“
Ob Fischer langfristig bleibt, ist offen. Sein Vertrag läuft zunächst bis zum Saisonende. Sollte er die Mannschaft stabilisieren und den Klassenerhalt schaffen, könnte eine dauerhafte Zusammenarbeit folgen. Die Mainzer Fans hoffen jedenfalls auf eine Wiederholung des Erfolgs von 2016, als Fischer den Abstieg in letzter Sekunde verhinderte.



