Die Trainersuche beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) nimmt weiter Fahrt auf. Während die Verhandlungen mit Jürgen Klopp in die finale Phase gehen, hat Ex-Weltmeister Bastian Schweinsteiger eine spektakuläre Alternative ins Spiel gebracht: Louis van Gaal. Der 74-jährige Niederländer, der Schweinsteiger einst beim FC Bayern München zum zentralen Mittelfeldspieler umfunktionierte, sei für ihn die erste Wahl, falls der Deal mit Klopp platzt.
Schweinsteiger: van Gaal hat die nötige Energie und Struktur
„Also wenn Louis van Gaal gesundheitlich die Energie hat, ja, hundertprozentig. Der würde auch gut passen. Das ist einer, der kann etwas Neues aufbauen und hat eine Struktur“, sagte Schweinsteiger nach dem WM-Halbfinale zwischen Argentinien und England (2:1) in der ARD. Der Weltmeister von 2014 arbeitete beim FC Bayern eng mit van Gaal zusammen und schwärmt noch heute von dessen taktischer Disziplin. „Er hat bei den Holländern schon bewiesen, dass er die immer weit gebracht hat. Wenn Jürgen Klopp es nicht machen würde, wäre er bei mir ganz oben“, so Schweinsteiger.
Van Gaal führte die Niederlande 2014 ins WM-Halbfinale, wo sie im Elfmeterschießen gegen Argentinien scheiterten. 2022 verlor Oranje im Viertelfinale erneut gegen die Albiceleste um Lionel Messi, der später den WM-Titel holte. Trotz seiner Erfolge ist van Gaal aufgrund seines Alters und seiner Gesundheitsprobleme (Prostatakrebs) nicht unumstritten. Schweinsteiger jedoch sieht in ihm den idealen Kandidaten, um die Nationalmannschaft neu zu formieren.
Klopp-Poker in der finalen Phase
Derweil laufen die Gespräche mit Jürgen Klopp auf Hochtouren. In einer digitalen Sitzung der DFB-Spitzenfunktionäre berichtete Präsident Bernd Neuendorf nach dpa-Informationen am Mittwoch über die in den vergangenen Tagen geführten Gespräche mit Klopp in New York und Oliver Mintzlaff, dem Chef von dessen derzeitigem Arbeitgeber Red Bull, in München. Ein Knackpunkt für eine finale Einigung mit Klopp sind demnach vor allem dessen diverse private Werbeverträge. Hier muss der DFB mit eigenen Partnern eine Lösung anstreben, inwiefern der 59-Jährige als künftiger Bundestrainer eventuell auch für Konkurrenzunternehmen aktiv sein kann.
Wie mit Klopp selbst hat der DFB mit Red Bull offenbar Eckpunkte für eine Einigung bereits erzielt. Hier geht es wohl noch um Details. Dem Vernehmen nach soll Klopp als Coach des Nationalteams einen Vertrag bis zur WM 2030 erhalten. Sollte dieser Deal scheitern, stünde mit van Gaal zumindest ein prominenter Plan B bereit – zumindest in den Augen von Bastian Schweinsteiger.



