Tennis-Star Oliynykova: Rothenbaum droht Eiszeit-Duell wegen Ukraine-Krieg
Tennis-Star Oliynykova: Rothenbaum droht Eiszeit-Duell

Oleksandra Oliynykova (25) formte mit ihren Händen ein Herz Richtung Hamburger Tennis-Publikum und strahlte. Die Ukrainerin hatte auf dem Center Court am Rothenbaum 2:39 Stunden lang so wild gespielt, wie ihr schriller Style. Und zog bei den „MSC Hamburg Ladies Open“ (Preisgeld: 247.674 Euro) durch ein 7:6, 3:6, 6:2 gegen Leyre Romero Gormaz (24/Spanien) zum dritten Mal in diesem Jahr ins Viertelfinale eines WTA-Turniers ein.

Vom Ranking 300 in die Top 50

Vor einem Jahr rangierte Oliynykova noch in Regionen um Weltranglisten-Position 300 – 2026 schoss sie in die Top 50! „Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung wieso“, sagt die Frau mit den auffälligen Tattoos. „Ich hatte keine Ziele, was das Ranking angeht. Ich habe nur darüber nachgedacht, was ich verbessern kann. Es motiviert mich sehr, mein Land zu repräsentieren, und das Wichtigste ist für mich, für meine Leute zu spielen. Tennis gibt mir die Möglichkeit, die Menschen in der Ukraine zu unterstützen, über die Ukraine zu sprechen und die Armee zu unterstützen.“

Klare Kante gegen Russland

Oliynykova zeigt stets klare Kante gegenüber Russland. Teile ihres Preisgelds spendet sie für Drohnen und Munition und sammelt über die Plattform „drones4ua.org“ zusätzlich Geld. Immer wieder prangert sie öffentlich russische und weißrussische Profis für deren Verhalten an und kassierte für ihre politischen Äußerungen sogar eine Strafe von der WTA. Dennoch bleibt sie bei ihrer Haltung, kritisiert auch Spielerinnen anderer Nationen, die vergangenen Winter bei einem Einladungs-Turnier in St. Petersburg spielten.

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Eiszeit-Duell am Rothenbaum droht

So verweigerte Oliynykova im Mai in Strasbourg der Kasachin Yulia Putintseva (31) den Handschlag und schrieb auf Social Media: „An einem Gazprom-Turnier teilzunehmen, ist eine direkte, aktive Unterstützung des Kriegs gegen die Ukraine. Das wird nie vergessen oder wie auf Null gestellt. Blutgeld anzunehmen, ist unmoralisch und widerspricht dem Konzept von Humanität.“

Um Filzball-Breite wäre es auch am Rothenbaum zum Aufeinandertreffen mit Putintseva (wurde in Moskau geboren) gekommen. Doch sie unterlag am Donnerstag im letzten Match des Tages Elina Avanesyan (23/Armenien) mit 3:6, 6:2, 2:6. Dennoch droht am Freitag auch bei dieser Begegnung ein Eiszeit-Duell. Hintergrund: Avanesyan wechselte erst 2024 die Staatsbürgerschaft von russisch zu armenisch. Darum verweigerte ihr auch schon die Ukrainerin Elina Svitolina (31) den normalerweise üblichen Handschlag nach dem Match.

Oliynykova: Keine größere Bedeutung

Oliynykova betont jedoch, dass sie diese besonderen Konstellationen beim Tennis nicht beeinflussen: „Solche Matches haben keine größere Bedeutung als andere für mich.“ Dennoch unterstreicht sie auch in Hamburg: „Das Problem ist, dass einige Spielerinnen an einem Turnier teilnehmen, das von einem Sponsor von Kriegsverbrechen organisiert wird. Es gibt keine angemessene Reaktion. Ich bin der Meinung, das verletzt die Werte des Sports. Ich habe mich dazu klar positioniert. Aber im Match selbst geht es nur um Tennis.“

Emotionale Belastung abseits des Platzes

Neben dem Platz sind ihre Gedanken bei Freunden und Familie in der Ukraine. „Manchmal ist es wirklich schwer“, sagt Oliynykova. „Ich lebe in der Ukraine und manchmal, zwischen den Turnieren, kann ich mich nicht richtig ausruhen. Ich habe keine Ahnung, wo ich hin soll. Wenn ich irgendwo in der ersten Runde ausscheide, fange ich an, mir zu überlegen, welche Möglichkeiten es gibt. Ich habe viele Freunde in verschiedenen Ländern, aber ich kämpfe mit diesem Problem. Auch emotional ist das sehr schwer für mich. Die Menschen, die mir nahe stehen, meine Familie, mein Freund, meine Freunde – sie sind in der Ukraine und ich habe sie seit Monaten nicht gesehen.“

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