Tour de France: Alpe d’Huez – 21 Kehren Qual für Hobbyradler
Tour de France: Alpe d’Huez – 21 Kehren Qual

Das erste Mal Alpe d’Huez ist eine Qual. Der Einbruch kommt nach der fünften Kehre. Jede der 21 legendären Kurven ist früheren Gewinnern gewidmet, diese dem Portugiesen Joaquim Agostinho und dem Spanier Carlos Sastre. Da von 21 runtergezählt wird, kommt die erlösende Kehre 1 erst ganz oben. Noch nie gewann ein Deutscher hier bei der Tour de France die Ankunft, dafür acht Mal ein Niederländer. Unvergessen die Bilder, wie Jan Ullrich 2001 mit seinem immer gleichen Tritt Lance Armstrong ziehen lassen muss, der sich nochmal zu dem verbissen kämpfenden Deutschen umschaut, aus dem Sattel geht und dann weg ist.

Der Mythos Alpe d’Huez

Der Anstieg nach Alpe d’Huez ist eines der berühmtesten Wahrzeichen der Tour de France. Auf 13,8 Kilometern überwindet die Strecke 1.115 Höhenmeter mit einer durchschnittlichen Steigung von 8,1 Prozent. Die 21 Kehren, nummeriert von 21 bis 1, tragen die Namen von Etappensiegern – eine Hommage an die Geschichte des Radsports. Für Profis ist es eine Bühne für heroische Leistungen, für Hobbyfahrer eine schier endlose Tortur.

Fahrerlebnis und Qual

Wer die Alpe selbst befährt, erlebt die Mischung aus Euphorie und Verzweiflung. Nach der fünften Kehre setzt oft der „Mann mit dem Hammer“ ein – die Beine werden schwer, der Puls steigt. Die steilsten Rampen liegen bei über 10 Prozent. Viele Radsportler planen den Anstieg wie eine kleine Expedition: ausreichend Verpflegung, Wechselkleidung und vor allem mentale Stärke sind nötig. Der Blick auf die vorausfahrenden Räder und die jubelnden Zuschauer am Straßenrand treibt an.

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Historische Momente

Die Tour de France hat auf der Alpe d’Huez unvergessliche Szenen geschrieben. 2001 etwa, als Jan Ullrich Lance Armstrong nicht folgen konnte. Armstrong, der später des Dopings überführt wurde, setzte sich damals ab und gewann die Etappe. Niederländische Fahrer wie Joop Zoetemelk oder Steven Rooks prägten den Berg – insgesamt acht niederländische Siege. Bislang kein deutscher Sieg, aber deutsche Fahrer wie Ullrich oder Tony Martin haben hier ihre Spuren hinterlassen.

Tipps für Hobbyradler

Wer die Alpe d’Huez bezwingen will, sollte gut vorbereitet sein. Eine leichte Übersetzung am Rad erleichtert die gleichmäßige Trittfrequenz. Pausen an den Kehren bieten Gelegenheit, die Aussicht zu genießen und neue Kraft zu schöpfen. Die Abfahrt erfordert höchste Konzentration – enge Kurven und Gegenverkehr lauern. Der Lohn: das Gefühl, einen der härtesten Anstiege der Welt gemeistert zu haben.

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