Vier Ausrichterstädte der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA warten nach Informationen des Portals „The Athletic“ weiterhin auf zugesagte Zahlungen des Weltverbandes FIFA. Die Städte hätten jeweils eine Million Dollar an sogenannten Legacy-Geldern erhalten sollen, berichtete das Medium am Mittwoch unter Berufung auf vier anonyme Vertreter der Gastgeberkommunen. Die Mittel waren für den Bau fußballbezogener Infrastruktur und soziale Projekte vorgesehen.
Mündliche Zusagen der FIFA-Spitze
Die vier Vertreter gaben an, das Versprechen sei mündlich von Mitgliedern der FIFA-Spitzenführung gemacht und in Besprechungen erneut bestätigt worden. Eine Auszahlung sei jedoch bislang nicht erfolgt. Mehrere Städte hätten sich inzwischen bei FIFA-Mitarbeitern nach dem Status der Zahlungen erkundigt, so der Sport-Ableger der „New York Times“. Die Forderungen wurden laut „The Athletic“ erhoben, nachdem FIFA-Präsident Gianni Infantino entsprechende Zuwendungen für die Gastgeberstädte der Klub-WM 2025 angekündigt hatte.
Rekordeinnahmen trotz ausstehender Zahlungen
Zu den US-Gastgeberstädten der WM gehörten Seattle, San Francisco, Los Angeles, Dallas, Kansas City, Atlanta, Philadelphia, Miami, Boston sowie New York/New Jersey. Das 39-tägige Turnier im Juni und Juli, bei dem erstmals 48 Mannschaften antraten, trug zu Rekordeinnahmen der FIFA bei, die sich im Finanzzyklus 2023 bis 2026 Medien zufolge auf 15 Milliarden Dollar belaufen sollen. Der Bericht könnte einen weiteren Nackenschlag für Infantino bedeuten, der wegen des vehement abgewehrten Plans, die Weltmeisterschaft für private Investitionen zu öffnen, in der Kritik steht – sowohl seitens des europäischen Verbands UEFA und anderer Kontinentalverbände als auch innerhalb der FIFA selbst.
Hintergrund: Kritik an Infantino
Die ausstehenden Zahlungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Infantino ohnehin unter Druck steht. Der geplante Investorendeal für die WM stößt auf breiten Widerstand. Die UEFA und andere Kontinentalverbände haben Bedenken geäußert, auch intern gibt es Kritik. Die Städte hoffen nun auf eine baldige Klärung, um ihre Projekte umsetzen zu können.



