WM-Fazit der Mainz-Stars: Ein Lichtblick, viele Enttäuschungen
WM-Fazit der Mainz-Stars: Ein Lichtblick, viele Enttäuschungen

Mit dem Aus von Silvan Widmer (33) und der Schweiz ist die Weltmeisterschaft für die Profis des FSV Mainz 05 offiziell beendet. BILD macht das große WM-Fazit der Mainz-Stars. Während ein Spieler herausstach, blieben andere hinter den Erwartungen zurück.

Jae-sung Lee (Südkorea): Frühes Aus nach durchwachsener Leistung

Für den 33-Jährigen war es wohl die letzte Weltmeisterschaft – und sie endete bitter. Dabei begann das Turnier vielversprechend. Beim 2:1-Auftaktsieg gegen Tschechien stand Lee in der Startelf und half mit, den perfekten Start hinzulegen. Es folgte jedoch die unglückliche 0:1-Niederlage gegen Gastgeber Mexiko. Lee begann erneut, blieb aber ohne großen Einfluss und zeigte lediglich eine durchschnittliche Leistung.

Vor dem letzten Gruppenspiel gegen Außenseiter Südafrika hatte Südkorea das Weiterkommen noch in der eigenen Hand. Doch ausgerechnet dann blieb Lee 90 Minuten auf der Bank. Seine Mannschaft verlor überraschend mit 0:1 und schied bereits in der Vorrunde aus.

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Nadiem Amiri (Deutschland): Kurzer Glanz, dann wieder Bank

Schon die Nominierung war für Nadiem Amiri (29) ein persönlicher Erfolg. Dass er im zentralen Mittelfeld zunächst nur die Rolle des Ergänzungsspielers einnehmen würde, war allerdings schon vor Turnierbeginn abzusehen. Doch im zweiten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste bekam Amiri seine Chance – und nutzte sie. Nach der Einwechslung bereitete er den wichtigen 1:1-Ausgleich durch Deniz Undav vor. Deutschland gewann am Ende mit 2:1. Es schien der Beginn eines starken Turniers für den Mainzer zu werden.

Doch gegen Ecuador saß er beim 1:2 wieder über die gesamte Spielzeit auf der Bank. Erst im Sechzehntelfinale gegen Paraguay kam er in der Verlängerung ins Spiel. Im Elfmeterschießen behielt er die Nerven und verwandelte sicher. Am bitteren Aus änderte das nichts.

Phillipp Mwene und Stefan Posch (Österreich): Solide, aber chancenlos gegen Spanien

Österreich überstand eine anspruchsvolle Gruppe mit Argentinien, Algerien und Jordanien als Tabellenzweiter. Dem 3:1-Erfolg gegen Jordanien folgte eine erwartbare 0:2-Niederlage gegen Weltmeister Lionel Messi und Argentinien. Im entscheidenden Spiel gegen Algerien rettete ein historischer Last-Minute-Treffer zum 3:3 den Einzug ins Sechzehntelfinale. Dort wartete allerdings Spanien – und gegen den Mitfavoriten war Österreich ohne Chance (0:3).

Phillipp Mwene (32) kam nur in zwei Partien zum Einsatz; gegen Jordanien sowie beim spektakulären 3:3 gegen Algerien stand er jeweils in der Startelf. Stefan Posch (29) dagegen war gesetzt und absolvierte alle vier Spiele von Beginn an. Bemerkenswert: Nach einem Kieferbruch im ersten Gruppenspiel spielte der Innenverteidiger das restliche Turnier mit einer Gesichtsmaske weiter.

Kaishu Sano (Japan): Der große Gewinner aus Mainzer Sicht

Der größte Gewinner aus Mainzer Sicht heißt Kaishu Sano (25). Der Japaner hatte sich bereits in den vergangenen beiden Spielzeiten zu einem der stärksten Mittelfeldspieler entwickelt – und bestätigte diesen Ruf nun auch auf der ganz großen Bühne. Beim 2:2 gegen die Niederlande sowie beim überzeugenden 4:0 gegen Tunesien spielte Sano jeweils über die volle Distanz. Gegen Tunesien bereitete er zudem einen Treffer vor. Im abschließenden Gruppenspiel gegen Schweden (1:1) wurde er geschont.

Im Sechzehntelfinale gegen Brasilien zeigte Sano erneut eine Gala-Vorstellung und brachte Japan mit einem Traumtor sogar in Führung. Am Ende reichte es trotzdem nicht, Japan verlor mit 1:2. Sportlich war Sano einer der auffälligsten Mittelfeldspieler des Turniers. Sein Marktwert von rund 40 Millionen Euro dürfte nach dieser WM noch einmal deutlich steigen.

Silvan Widmer (Schweiz): Erfolgreichster Mainzer, aber nur Joker

Sportlich war Widmer der erfolgreichste Mainzer bei dieser Weltmeisterschaft. Die Schweiz gewann ihre Gruppe vor Katar, Kanada und Bosnien, setzte sich anschließend gegen Algerien (2:0) sowie Kolumbien nach Elfmeterschießen (4:3) durch und erreichte das Viertelfinale. Erst dort war gegen Argentinien nach einer 1:3-Niederlage Endstation.

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Widmer stand lediglich im Gruppenspiel gegen Bosnien in der Startelf und musste sich ansonsten meist mit der Jokerrolle begnügen. Seine Klasse blitzte dennoch teilweise auf – besonders im Viertelfinale gegen Kolumbien, als er in der Verlängerung defensiv wichtige Akzente setzte und den gefährlichen Luis Díaz meist im Griff hatte.