Trump, Mossad-Plan und Unterhaltsvorschuss: Die drei Fragezeichen
Trump, Mossad-Plan und Unterhaltsvorschuss: Die drei Fragezeichen

Mehr als 21.000 Börsengeschäfte in einem Jahr – alle auf den Namen Donald Trump. Eine Prüfung der 900-seitigen Vermögenserklärung des US-Präsidenten durch die Kollegen Udo Trichtl und Patrick Stotz zeigt: Trumps Broker kauften massiv Aktien, darunter Microsoft, Nvidia und Rüstungsunternehmen. Besonders auffällig: Am 8. April 2025, mitten im Kurssturz nach Trumps „Liberation Day“, erwarben seine Vermögensverwalter 327 Aktien an einem einzigen Tag. Einen Tag später rief Trump öffentlich zum Kaufen auf und setzte Zölle vorübergehend aus. Das Timing wirkt verdächtig, Belege für einen kausalen Zusammenhang gibt es nicht. Trump beteuert, keinen Einfluss auf seine Broker zu nehmen. Udo Trichtl sagt: „Vor unser aller Augen verwandelt Donald Trump die US-Präsidentschaft zum lukrativsten Geschäftsmodell seines Lebens. Und dabei sind Aktien eher Beilage als Hauptgang.“ Im Gegensatz zu Trump hielten seine Vorgänger Barack Obama und Joe Biden überhaupt keine Einzelaktien, um jeden Anschein eines Interessenkonflikts zu vermeiden.

Mossad-Operation „Gestiefelter Kater“ gescheitert

Eine Geschichte, die wie ein Spionage-Thriller klingt: Recherchen der israelischen Zeitung „Haaretz“ und der „New York Times“ enthüllen geheime Pläne von Premierminister Benjamin Netanyahu und dem Mossad. In der Operation „Gestiefelter Kater“ soll Israel versucht haben, einen Regimewechsel im Iran einzufädeln. Nach dem Tod von Präsident Ebrahim Raisi im Mai 2024 nahmen die Pläne Gestalt an, obwohl es viele Bedenken gab. Ausgerechnet Mahmoud Ahmadinejad – einst erbitterter Israelfeind – sollte als gemäßigter Nachfolger aufgebaut werden. Ahmadinejad, von 2005 bis 2013 Präsident, galt als Hardliner mit antiisraelischer Rhetorik und Holocaust-Leugnung. Doch nach seiner Amtszeit soll er regimekritisch geworden sein. Nahost-Korrespondent Thore Schröder kommentiert: „Die Enthüllungen zeigen, wie frühzeitig wichtige Personen im israelischen Sicherheitsapparat Zweifel am Regimewechsel hatten – und wie wenig sie trotzdem dagegen unternahmen.“ Dies offenbare, mit welcher Allmacht Netanyahu sein Land „von einem Krieg in den anderen führte, weil es kein wirksames Korrektiv mehr gab“.

Deutschland kürzt Unterhaltsvorschuss: Kritik an Prien

Die Bundesregierung plant Einsparungen beim staatlichen Unterhaltsvorschuss. Familienministerin Karin Prien (CDU) verteidigt die umstrittene Maßnahme: Künftig soll der Vorschuss nur noch bis zum 16. Geburtstag des Kindes gewährt werden, bisher bis 18 Jahre. Alleinerziehende können den Vorschuss beantragen, wenn der andere Elternteil keinen oder zu wenig Unterhalt zahlt. Der Staat streckt das Geld vor und holt es sich vom säumigen Elternteil zurück – was in der Praxis selten gelingt. Prien fordert mehr Einsatz der Länder, um das Geld einzutreiben. Kollegin Milena Hassenkamp kritisiert in einem Leitartikel: „Ideen wie der Führerscheinentzug sind weitgehend wirkungslos und realitätsfern.“ Sie schreibt: „Je länger Bundesfrauenministerin Karin Prien im Amt ist, desto schlechter scheinen die Bedingungen für Frauen in Deutschland zu werden.“ Im Ergebnis stünden Alleinerziehende und Kinder schlechter da. „Damit das nicht so auffällt, versucht sie die Debatte auf die Drückeberger zu lenken, bei denen nun härter durchgegriffen werden soll.“

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Weitere wichtige Nachrichten des Tages

US-Regierung erstattet Unternehmen 81 Milliarden Dollar Zollgebühren: Der Supreme Court hat Trump in die Schranken gewiesen, mit Folgen für die Staatskasse. Polizei durchsucht Justizvollzugsanstalt Rheinbach und mehrere Wohnungen: Mitarbeitende stehen unter Verdacht, an Drogenschmuggel beteiligt gewesen zu sein. Springer-Verlag bestätigt zwei Gespräche zwischen Döpfner und Merz über AfD: Der „Stern“ berichtet über Details. Forscher entdecken süße Gaswolke in der Milchstraße: Der Zucker Erythrulose, bekannt aus Himbeeren und Selbstbräunern, wurde im interstellaren Raum nachgewiesen – von Bedeutung für die Entstehung des Lebens.

KI-Tipps für den Einstieg

Kollege Markus Böhm hat zehn konkrete Ideen für den Einstieg in KI gesammelt, besonders für ältere Menschen. Die Tipps sollen sich nicht nach Pflichtübung anfühlen, sondern echte Ergebnisse bringen. Markus teilte sie in seiner WhatsApp-Familiengruppe – seine Tante reagierte verhalten positiv: „Danke, werde versuchen, das zu studieren.“

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Was heute weniger wichtig ist

Esa-Astronaut Matthias Maurer hat im Rahmen seiner Ausbildung echten Patienten Zähne gezogen. Unter strenger ärztlicher Aufsicht übte er das Zähneziehen an zwei älteren Patienten. Maurer: „Wahrscheinlich habe ich sogar mehr gelitten, weil es doch eine unangenehme Sache ist, jemandem einen Zahn zu ziehen.“

Und heute Abend?

WM-Halbfinale: Frankreich gegen Spanien ab 21 Uhr. Alternativ: Das Onlinespiel Dialed.gg, bei dem man sich an Farben erinnern muss.