Ex-Radprofi Jens Voigt sieht den deutschen Senkrechtstarter Florian Lipowitz bei der Tour de France 2025 leistungsmäßig fast auf Augenhöhe mit der Weltspitze. In einem Interview mit dem SPIEGEL erklärte der frühere Tour-Etappensieger, dass Lipowitz kaum Defizite habe, aber dennoch nicht als Favorit zu betrachten sei.
Voigt: Lipowitz fehlt fast nichts
„Leistungsmäßig fehlt Lipowitz fast gar nichts mehr“, sagte Voigt. Der 28-Jährige vom Team Red Bull-Bora-hansgrohe habe in dieser Saison enorme Fortschritte gemacht und gehöre nun zu den besten Fahrern im Peloton. Dennoch warnte Voigt vor zu hohen Erwartungen: „Die Tour ist aber kein normales Rennen – hier zählen Erfahrung und Taktik genauso wie die Beine.“
Lipowitz hatte sich mit starken Leistungen bei der Dauphiné-Rundfahrt und den nationalen Meisterschaften für das französische Monument empfohlen. Er gilt als einer der vielversprechendsten deutschen Fahrer seit Jahren.
Pogačar als Übermensch
Voigt äußerte sich auch zum Topfavoriten Tadej Pogačar. Der Slowene dominiert das Radsportjahr 2025 nach Belieben. „Als Atheist muss ich bei Pogačar fast an Gott denken“, scherzte Voigt. „Was er dieses Jahr abliefert, ist jenseits von gut und böse.“ Pogačar habe bereits den Giro d'Italia gewonnen und sei auch bei der Tour der Mann, den es zu schlagen gelte.
Die Konkurrenz um Jonas Vingegaard, Primoz Roglic und Remco Evenepoel sei zwar stark, aber Pogačar zeige eine überragende Form. „Er fährt in einer eigenen Liga“, so Voigt.
Deutsche Hoffnungen bei der Tour
Neben Lipowitz setzen deutsche Fans auch auf andere Fahrer wie Lennard Kämna und Georg Zimmermann. Voigt sieht jedoch Lipowitz als den vielversprechendsten Kandidaten für einen Etappensieg oder eine Top-10-Platzierung in der Gesamtwertung. „Florian hat das Zeug, in die Fußstapfen von Tony Martin zu treten“, sagte Voigt.
Die Tour de France 2025 startet am 5. Juli in Lille und endet am 27. Juli in Paris. Insgesamt warten 21 Etappen und 3.500 Kilometer auf die Fahrer.



