Jürgen Klopp will die Begeisterung für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft neu entfachen und rief bei seiner offiziellen Vorstellung als Bundestrainer zu breiter Unterstützung auf. „Wir können es nicht ohne die Leute links und rechts machen“, sagte der 59-Jährige am Donnerstag in Frankfurt. Es sei eine Weile her, dass er Länderspiele außerhalb großer Turniere verfolgt habe. Sein Ziel: „Dass die Leute nach dem Spiel nach Hause gehen und sagen: 'Wow, das war wirklich cool.'“
Klopp überzeugt von der gesellschaftlichen Kraft des Fußballs
Der frühere Erfolgscoach des FSV Mainz 05, von Borussia Dortmund und des FC Liverpool zeigte sich zudem überzeugt von der transformativen Kraft des Sports. „Ich habe dreimal erlebt, wie erfolgreicher Fußball eine Stadt verändern kann“, erklärte Klopp. Er glaube, „dass Fußball auch ein Land verändern kann“. Mit Blick auf eine mögliche Weltmeisterschaft sagte er: „Stelle man sich mal vor, es wäre so: Am nächsten Tag wäre der Nachbar nicht mehr so ein Arsch, wie wir im Moment vielleicht denken, er ist. Oder das Wetter wäre nicht so schlecht oder Friedrich Merz würde nicht alles falsch machen, obwohl er versucht, alles richtig zu machen und so weiter.“
Neuer Schwung für die DFB-Elf
Klopp ergänzte: „Das ist das, was Fußball verändern kann. Und das zu wissen, bedeutet: Ab heute müssen wir alles dafür tun – nicht, dass wir Weltmeister werden, dass wir so spielen, dass wir es können.“ Der 59-Jährige tritt die Nachfolge von Hansi Flick an, der nach der enttäuschenden EM 2024 zurückgetreten war. Die deutsche Nationalmannschaft hatte zuletzt bei großen Turnieren nicht mehr überzeugen können. Klopp soll nun neue Impulse setzen und die Mannschaft wieder zu einer Einheit formen, die die Fans mitreißt.
Klopps Vision: Fußball als gesellschaftlicher Kitt
Der gebürtige Schwabe betonte, dass Fußball weit mehr sei als nur ein Spiel. Er könne Menschen zusammenbringen und sogar politische Gräben überbrücken. „Wenn Deutschland Weltmeister wird, dann ist am nächsten Tag vieles anders“, so Klopp. Die Begeisterung für den Titel solle aber nicht das alleinige Ziel sein; vielmehr gehe es darum, eine Spielweise zu entwickeln, die die Menschen begeistere und ihnen das Gefühl gebe, Teil von etwas Großem zu sein.



