Claudia Pechstein wird offizielle Bundestrainerin im Eisschnelllauf
Pechstein offiziell Bundestrainerin im Eisschnelllauf

Die Entscheidung ist gefallen: Claudia Pechstein (54) übernimmt offiziell das Amt der Bundestrainerin im deutschen Eisschnelllauf. Die fünfmalige Olympiasiegerin verantwortet ab sofort den Mehrkampf-Bereich der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG), wie der Verband am Sonntag bestätigte. Aus der bisherigen Übergangslösung wird damit eine feste Beförderung – Pechstein hatte die Aufgabe zuvor bereits kommissarisch ausgeübt.

Die DESG begründet ihre Personalentscheidung mit der außergewöhnlichen Karriere der Berlinerin, ihrer jahrzehntelangen Erfahrung im internationalen Spitzensport und ihrer Ausbildung an der Trainerakademie des Deutschen Olympischen Sportbundes. In der offiziellen Verbandsmitteilung wird die frühere Rekordläuferin als Idealbesetzung beschrieben. Ihre Erfahrung, Fachkompetenz und tiefe Verwurzelung im Eisschnelllauf machten sie zu einer Trainerpersönlichkeit, die für diese Rolle „in einzigartiger Weise prädestiniert erscheint“.

Der nächste Schritt nach einer einzigartigen Karriere

Für Pechstein ist die Ernennung der logische Schritt nach dem Ende ihrer außergewöhnlichen Sportlerlaufbahn. Bei den Olympischen Spielen 2026 in Mailand/Cortina gehörte sie bereits als Betreuerin zum deutschen Team. Nun rückt die 54-Jährige endgültig in die erste Reihe der Trainerverantwortlichen auf. Bereits bei ihrem WM-Sieg im Jahr 2003 in Berlin über 5000 Meter hatte sie ihre Klasse auf internationaler Bühne unter Beweis gestellt.

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Mit insgesamt fünf Olympiasiegen und zahlreichen Weltmeistertiteln zählt Pechstein zu den erfolgreichsten deutschen Wintersportlerinnen überhaupt. Dass sie dem Leistungssport auch nach ihrem aktiven Karriereende eng verbunden blieb, gilt in der Branche als wichtiger Faktor für ihre neue Aufgabe. Nun soll sie ihre Erfahrung an die nächste Generation weitergeben.

Strukturreform sorgt für heftigen Streit

Die Beförderung kommt zu einem brisanten Zeitpunkt, denn im deutschen Eisschnelllauf wird seit Wochen über die Zukunft des Verbands gestritten. Eine geplante Strukturreform sieht vor, die Bundeskader künftig auf die Standorte Inzell und Berlin zu konzentrieren. Besonders in Erfurt stößt das auf massiven Widerstand: Athleten verweigerten sogar die Unterschrift unter entsprechende Vereinbarungen.

Erst nach einem Krisentreffen mit Politikern, Verbandsvertretern und Sportlern wurden die Reformpläne vorläufig gestoppt. Die Gespräche sollen im August fortgesetzt werden. Vor diesem Hintergrund wertet DESG-Präsident Matthias Große – zugleich Pechsteins Lebensgefährte – die neue Traineraufstellung als „wichtiges Signal für die Zukunft“. Sie sei ein klares Bekenntnis zum Ziel, wieder an die Weltspitze zurückzukehren, so Große.

Ein Signal für den Wiederaufstieg

Mit der offiziellen Berufung Pechsteins setzt die DESG also auch ein Zeichen nach innen und außen. Die Kombination aus sportlicher Autorität, fachlicher Qualifikation und langjähriger Präsenz im internationalen Eiskanal soll dem Verband helfen, die jüngsten Turbulenzen zu überwinden. Die kommenden Wochen dürften zeigen, wie sich der Streit um die Kaderstruktur auflöst – und welche Rolle die neue Bundestrainerin dabei spielt.

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