OpenAI arbeitet eigenen Angaben zufolge an einem smarten Lautsprecher, der mit einem Akku, einer Kamera und zahlreichen Sensoren ausgestattet sein soll. Das berichtet das Finanznachrichtenportal Bloomberg unter Berufung auf den gut informierten Redakteur Mark Gurman. Das Gerät soll noch in diesem Jahr vorgestellt werden und wäre das erste eigene Hardwareprodukt des ChatGPT-Entwicklers.
Details zum geplanten Smart Speaker
Laut Bloomberg soll der Lautsprecher ähnlich wie der Sonos Play mit einem Akku ausgestattet sein, um ihn in verschiedenen Räumen nutzen zu können. Zusätzlich sind mindestens eine Kamera und verschiedene Sensoren verbaut, um die Umgebung zu erfassen. Mysteriöse „mechanische Elemente“ sollen den Eindruck verstärken, dass es sich um mehr als eine bloße Maschine handelt. Das Herzstück bildet jedoch die Integration von GPT Live, einem neuen Sprachmodell, das besonders natürliche Gespräche mit der KI ermöglicht. OpenAI hatte GPT Live Anfang Juli vorgestellt.
Jonathan Ive als Schlüsselfigur
Die Entwicklung eigener Hardware ist für OpenAI eine große Wette. Das Unternehmen hatte Jonathan Ives Start-up io im vergangenen Jahr für 6,5 Milliarden Dollar übernommen. Ive war fast drei Jahrzehnte bei Apple tätig und maßgeblich an der Entwicklung von iPod, iPhone und vielen anderen Apple-Geräten beteiligt. Er galt als Vertrauter von Apple-Mitgründer Steve Jobs. Nach seinem Ausscheiden bei Apple 2019 machte er sich mit dem Designstudio LoveFrom selbstständig und sorgte zuletzt mit dem ersten Elektro-Ferrari für Schlagzeilen.
Apple wirft OpenAI Geheimnisverrat vor
Apple hat am Wochenende Klage gegen OpenAI eingereicht. Der Vorwurf: Mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter, die OpenAI abgeworben habe, sollen Firmengeheimnisse mitgenommen haben. In der Klageschrift wird bestimmten Ingenieuren vorgeworfen, sie hätten ihre Arbeits-Laptops nicht zurückgegeben und sich über eine Sicherheitslücke in Apples Netzwerk Zugang zu geheimen Unterlagen verschafft. Ein OpenAI-Sprecher erklärte: „Wir haben kein Interesse an den Firmengeheimnissen anderer Unternehmen. Man nehme Apples Vorwürfe ernst, habe aber keine Hinweise auf deren Berechtigung.“
Mögliche Verzögerungen durch Gerichtsverfahren
Das Verfahren könnte die Entwicklung von OpenAIs Smart Speaker verzögern. Die Entwickler müssten nun sicherstellen, dass keine Apple-Know-how in den Produkten steckt. Verfahren dieser Art können sich vor US-Gerichten über Monate oder Jahre hinziehen. Apple dürfte ein verzögerter Start des OpenAI-Geräts gelegen kommen, da das Unternehmen eigenen Gerüchten zufolge ein ähnliches Gerät mit Bildschirm entwickelt. Laut Bloomberg ist die Hardware bereits startbereit, die Einführung wurde jedoch wegen des holprigen Starts der neuen Siri verschoben. Mit iOS 27, macOS 27 und weiteren Updates soll die verbesserte Siri im Herbst eingeführt werden – allerdings nicht in der EU. Erste öffentliche Betaversionen der neuen Betriebssysteme sind in dieser Woche veröffentlicht worden. Die Freigabe der finalen Versionen im September wäre ein denkbarer Termin für die Markteinführung des Apple-Geräts. Es wäre die physische Manifestation der neuen Siri und damit genau das, was OpenAI mit seinem Smart Speaker und ChatGPT Live vorhat.



