Umstrittene Werbeaktion: Kylie Jenner als Alien auf Meta-Plakat
In London haben Aktivisten der Gruppe „Everybody hates Elon“ ein Werbeplakat von Kylie Jenner für die KI-Brillen von Meta öffentlichkeitswirksam umgestaltet. Das Plakat, das an einer Bushaltestelle hing, wurde so verändert, dass der Reality-Star je nach Blickwinkel als gruseliges Alien erscheint. Darauf ist auch die Botschaft „We're Always Watching“ sowie das Meta-Logo zu sehen. Die Aktion zielt auf die integrierte Videokamera der Smart Glasses ab, die heimliche Aufnahmen ermöglicht.
Die Gruppe veröffentlichte ein Video des veränderten Plakats auf Instagram und schrieb: „Ständig alles aufzeichnen, was wir sehen und tun? Das riecht nach Faschismus, nicht nach Mode, @kyliejenner, Schatz.“ Die „Huffington Post“ berichtete zuerst über die Aktion.
Kritik an Überwachung: Lorde und andere Stimmen
Die Kritik an Metas Kamerabrillen wird lauter. Die Sängerin Lorde rief bei einem Konzert in Madrid dazu auf, die Gadgets nicht zu kaufen, sie seien „nicht sexy“. Zugleich häufen sich Beschwerden von Frauen, die ohne Einverständnis heimlich gefilmt wurden. Meta versucht gegenzusteuern: Die Geräte sollen ihren Dienst versagen, wenn Nutzer die Statusleuchte manipulieren, die eine Aufnahme anzeigt.
Laut „Financial Times“ arbeitet Meta jedoch an einer Version mit dauerhaft aktiver Kamera. Mehrere IT-Konzerne setzen auf solche tragbaren Geräte, um KI-Dienste in den Alltag zu integrieren. OpenAI entwickelt Berichten zufolge einen Smart Speaker mit Kamera und Mikrofon.
Rechtliche Folgen: Verbote in Schwimmbädern
Die Stadt Potsdam hat bereits angekündigt, Smart Glasses in Schwimmbädern zu verbieten, um Besucherinnen zu schützen. Ähnliche Pläne gibt es in Baden-Württemberg. 2024 wurde eine 28-Jährige in Hamburg heimlich im Bikini von einem Mann mit Smart Glasses gefilmt; das Video ging viral.
Meta kooperiert mit der Brillenmarke Ray Ban, um die KI-Brillen populär zu machen, und hat günstigere Modelle auf den Markt gebracht. Weltweit wurden laut Hersteller bereits mehr als sieben Millionen Geräte verkauft.



