China erwägt im Technologiekrieg mit den USA deutlich schärfere Exportkontrollen für Künstliche Intelligenz und Halbleiter. Nach einem Bericht der Financial Times vom Dienstag haben chinesische Behörden führende heimische KI- und Chipunternehmen konsultiert, um zu erörtern, wie verhindert werden kann, dass fortgeschrittene Technologien und wichtige Start-ups in westliche Hände geraten.
Fokus auf Modellgewichte und Trainingsdaten
Im Fokus stehen dabei vor allem sogenannte Modellgewichte und Trainingsdaten. Das Handelsministerium soll mit Unternehmen wie Alibaba, Bytedance und Zhipu darüber gesprochen haben, den Transfer zentraler Daten ins Ausland einzuschränken. Darüber hinaus soll verhindert werden, dass ausländische Nutzer chinesische KI-Modelle herunterladen und lokal anpassen können. Der Zugang zu chinesischen KI-Diensten aus dem Ausland soll demnach zwar grundsätzlich erhalten bleiben, aber unter engeren Auflagen.
Chinesische KI-Modelle holen auf
Chinesische Modelle wie von Moonshot und Deepseek haben den Abstand zur US-Konkurrenz zuletzt verringert. Das jüngst vorgestellte Modell Kimi K3 von Moonshot soll bei vielen Benchmarks sogar besser abgeschnitten haben als Anthropics Spitzenmodell Opus 4.8. Dies zeigt die wachsende Wettbewerbsfähigkeit chinesischer KI-Entwicklungen.
Neue Beschränkungen für Chipproduktion im Ausland
Parallel dazu prüfen die Behörden offenbar auch neue Beschränkungen für die Chipproduktion im Ausland. So könnte es Auftragsfertigern wie TSMC oder Qualcomm künftig erschwert werden, besonders leistungsfähige Halbleiter auf Basis chinesischer Designs herzustellen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die technologische Souveränität Chinas zu stärken und den Abfluss von Know-how zu unterbinden.



