Ariane 6 erfolgreich gestartet: Neue Ära für Europas Raumfahrt
Ariane 6 gestartet: Europas neue Schwerlastrakete

Es gab eine leichte Verzögerung, doch nun ist sie unterwegs. Die europäische Trägerrakete Ariane 6 hob am Nachmittag des 17. Juni 2026 vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana, ab. An Bord befinden sich 36 Satelliten für Amazon. Die Rakete ist mit neuen, leistungsstärkeren Boostern ausgestattet.

Die Ariane 6: Nachfolgerin der Ariane 5

Die Ariane 6 ist das Nachfolgemodell der Ariane 5, die von 1996 bis 2023 im Einsatz war. Ihr erster Start erfolgte im Sommer 2024. Sie soll Satelliten für kommerzielle und öffentliche Auftraggeber ins All befördern. Laut der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) ist sie deutlich günstiger als ihre Vorgängerin.

Erstflug der Ariane-64-Version mit P160C-Boostern

Für Europa ist diese Mission mehr als ein normaler Raketenstart. Zum ersten Mal fliegt die Ariane 6 in der starken Version Ariane 64 mit vier neuen P160C-Feststoffboostern. Diese Mission gilt als wichtiger Belastungstest für Europas neue Schwerlastrakete. Die Ariane 6 muss nicht nur beweisen, dass sie eine hohe Nutzlast transportieren kann, sondern auch, dass sie die Konstellationssatelliten von Amazon präzise in der Erdumlaufbahn absetzen kann. Der Wettbewerb im All ist hart, und die Ariane soll die europäische Alternative zu Konkurrenten wie Elon Musks SpaceX sein.

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Internationale Zusammenarbeit und deutsche Beteiligung

Am Bau der Ariane 6 waren gut ein Dutzend Länder beteiligt. Die Oberstufe wurde in Bremen montiert, die Tanks der Oberstufe und Teile des Triebwerks kommen aus Augsburg beziehungsweise Ottobrunn. Im baden-württembergischen Lampoldshausen wurde das Vinci-Triebwerk getestet. Nach Frankreich ist Deutschland unter den ESA-Ländern der wichtigste Geldgeber und hat etwa 20 Prozent der Kosten von rund vier Milliarden Euro übernommen.

Der Weltraumbahnhof Kourou

Der Weltraumbahnhof bei Kourou erstreckt sich über eine Fläche so groß wie Hamburg. Mit jedem Tag vor dem Start der Ariane erhöht das französische Militär seine Präsenz. Wer auf das Gelände und damit ganz nah an die Rakete will, muss vorher langwierige Sicherheitschecks durchlaufen und immer wieder Kontrollen passieren. Stacheldraht zieht sich entlang der Zäune um das europäische Tor zum All.

Missionsdauer und Ziele

Wenn alles nach Plan läuft, dauert die Mission bis zur Trennung der letzten Satelliten knapp zwei Stunden. Dann hätte die Ariane 6 ihren bislang schwersten Einsatz erfolgreich absolviert. Die BILD-Reporter Thomas Porwol und Ragnar Sieradzinski berichteten live vom Weltraumbahnhof in Kourou.

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