Das Münchner Raumfahrt-Start-up Isar Aerospace hat den für Montagabend geplanten zweiten Testflug seiner Trägerrakete „Spectrum“ erneut abgesagt. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden kurz vor dem Start Abweichungen in den Flüssigkeitssystemen der Rakete festgestellt. Die Teams analysieren nun die neuen Daten, um die Ursache zu ermitteln.
Start erneut verschoben
Die 28 Meter lange zweistufige Rakete sollte um 22.00 Uhr vom Weltraumbahnhof Andøya nördlich des Polarkreises abheben. An Bord befanden sich fünf Kleinsatelliten und ein Experiment. Der für die Mission „Onward and Upward“ geplante Flug war bereits mehrfach aufgrund technischer Probleme oder ungünstiger Wetterbedingungen verschoben worden. Bereits Anfang April war ein Testflug wegen eines vermuteten Lecks in einem Druckbehälter abgesagt worden.
Erster Testflug im März 2025
Im März des Vorjahres hatte Isar Aerospace einen ersten Testflug der Spectrum-Rakete durchgeführt. Die Rakete startete erfolgreich von Andøya und stürzte nach rund 30 Sekunden planmäßig ins Meer. Es war der erste Start einer Orbitalrakete in Kontinentaleuropa außerhalb Russlands. Der zweite Testflug sollte nun erstmals mit Nutzlast erfolgen.
Isar Aerospace und die europäische Raumfahrt
Das 2018 gegründete Unternehmen mit Sitz in Ottobrunn bei München entwickelt Trägerraketen für den Transport kleiner und mittelgroßer Satelliten. Die Spectrum-Rakete kann mit ihren zehn Triebwerken Nutzlasten von bis zu 1.000 Kilogramm in erdnahe Umlaufbahnen bringen. Isar Aerospace hat seit der Gründung mehr als 500 Millionen Euro Kapital eingesammelt und wird von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) unterstützt. Das Unternehmen gehört zu einer Reihe europäischer Start-ups, die die Abhängigkeit Europas von den USA und Russland in der Raumfahrt verringern wollen.
Dominanz von SpaceX
Bislang wird der Markt für Trägerraketen von Elon Musks Unternehmen SpaceX dominiert. Dessen Falcon-9-Rakete wurde bereits hunderte Male erfolgreich gestartet. Isar Aerospace und andere europäische Anbieter versuchen, in diesem lukrativen Geschäft Fuß zu fassen.
Wann der nächste Startversuch der Spectrum-Rakete stattfinden soll, ist noch unklar. Das Unternehmen will zunächst die Ursache der aktuellen Probleme klären.



