Im Operationssaal kommt heute längst nicht mehr nur das Skalpell zum Einsatz. Immer häufiger unterstützen hochmoderne Systeme die Ärzte – und am Klinikum Landkreis Erding ist damit sogar eine Weltpremiere gelungen. Erstmals wurde dort eine Nebenniere mit einem robotisch-assistierten System entfernt.
Besonders beeindruckend: Das Krankenhaus hat das hochmoderne Assistenzsystem namens „Dexter“ erst Ende Februar 2026 in den regulären OP-Betrieb aufgenommen. Bei einer sogenannten Adrenalektomie entfernen Chirurgen eine oder beide Nebennieren. Die kleinen Organe sitzen oberhalb der Nieren und produzieren wichtige Hormone, die etwa Blutdruck und Stoffwechsel steuern. Notwendig wird ein solcher Eingriff meist bei Tumoren oder hormonellen Fehlfunktionen.
Mit der minimal-invasiven „Dexter“-Technologie können Chirurgen diese Operation besonders schonend durchführen. Über winzige Schnitte gelangen hochpräzise Instrumente in den Körper. Sie übertragen die Handbewegungen des Operateurs eins zu eins. Das umliegende Gewebe wird dadurch geschont, Patienten können sich schneller erholen.
„Dexter“ bleibt unter voller Kontrolle
Dabei arbeitet „Dexter“ nicht eigenständig. Das System dient als verlängerter Arm des Chirurgen. Die 3D-Visualisierung und die hohe Beweglichkeit der Instrumentenspitzen ermöglichen äußerst präzises Arbeiten selbst auf engstem Raum. Die volle Kontrolle bleibt jederzeit beim medizinischen Personal.
Prof. Dr. Jörg Theisen, Chefarzt der Chirurgie und stellvertretender Ärztlicher Direktor des Klinikums Landkreis Erding, lobt deshalb in einer Mitteilung der Klinik nicht nur „Dexter“, sondern auch sein Team: „Dank eines hoch engagierten und hervorragenden Teams können wir auch hochkomplexe Eingriffe robotisch-assistiert anbieten. Die positive Entwicklung zeigt, wie effektiv das anpassungsfähige System unsere Arbeit unterstützt.“
Die Ärzte wollen das System künftig auch bei Operationen am Dick- und Enddarm sowie an der Leber einsetzen.



