Blitz-Bilanz 2026: Zahl der Einschläge übertrifft Gesamtjahr 2025
Blitz-Bilanz 2026: Einschläge übertreffen Gesamtjahr 2025

Schon vor dem Ende der Gewittersaison hat Deutschland die Blitzbilanz des Vorjahres übertroffen. Bis Ende Juli 2026 zählte der österreichische Blitzinformationsdienst Aldis/Blids 104.804 Einschläge, während im kompletten Jahr 2025 nur 99.930 registriert wurden. Die Saison dauert jedoch noch an – im August und teils im September sind üblicherweise weitere Gewitter zu erwarten.

Bilanz nach sieben Monaten: 104.804 Blitze

Die vom österreichischen Dienst Aldis/Blids erhobenen Daten zeigen: Allein in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 schlug es in Deutschland mehr als 100.000 Mal in den Boden ein. Damit wurde der Gesamtwert für 2025 bereits um rund 4.900 Einschläge übertroffen. Auffällig ist, dass die meisten dieser Blitze nicht in den klassischen Gewitterregionen im Süden, sondern überraschend oft in Norddeutschland registriert wurden.

Die Messung umfasst ausschließlich sogenannte Wolke-Erde-Blitze, also Entladungen, die tatsächlich den Boden erreichen. Ein Blitz, der mehrfach aufleuchtet, wird dabei als ein einzelner Flash gezählt. Andere Messmethoden, die beispielsweise auch Wolkenblitze erfassen, könnten zu deutlich höheren Zahlen kommen. Diese methodischen Unterschiede erklären auch, warum sich verschiedene Blitzstatistiken voneinander unterscheiden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Mehrjähriger Vergleich: Kein Rekordniveau

Trotz der frühen Übertreffung des Vorjahreswertes ist das laufende Jahr im mehrjährigen Vergleich noch nicht außergewöhnlich blitzreich. In den Jahren 2022, 2023 und 2024 lagen die Gesamtzahlen jeweils zwischen knapp 150.000 und knapp 210.000 Einschlägen. In all diesen Jahren war allerdings bereits Ende Juli mehr als die Hälfte der jährlichen Blitze gefallen. Der aktuelle Wert von 104.804 liegt also im Rahmen dessen, was für diesen Zeitpunkt üblich ist – lediglich das schwache Jahr 2025 wurde besonders früh hinter sich gelassen.

Ein Rückblick auf weiter zurückliegende Jahre ist nur eingeschränkt möglich, da sich die Messmethodik im Laufe der Zeit geändert hat. Die Betreiber von Aldis/Blids weisen darauf hin, dass ein direkter Vergleich mit älteren Daten daher problematisch ist. Für die Einordnung des aktuellen Jahres sind die Werte ab 2022 am aussagekräftigsten.

Norddeutschland überrascht mit hohen Zahlen

Bayern ist auch im laufenden Jahr das Bundesland mit den meisten Blitzeinschlägen. Bis Ende Juli wurden dort 24.267 Wolke-Erde-Blitze gezählt. Das ist angesichts der Größe des Freistaats und seiner Nähe zu den Alpen, die Gewitter begünstigen, nicht ungewöhnlich. Allerdings hat Bayern seinen Wert für das Gesamtjahr 2025 noch nicht übertroffen – die Jahressumme 2025 lag demnach höher.

Wesentlich auffälliger ist die Entwicklung in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Beide Bundesländer an der Nordsee liegen bereits jetzt um mehrere Tausend Einschläge über ihren jeweiligen Gesamtwerten aus dem Jahr 2025. Das deutet darauf hin, dass in diesem Sommer immer wieder Gewitterzellen über Norddeutschland aufzogen, die dort für zahlreiche Einschläge sorgten. In anderen Regionen, etwa in Teilen Ostdeutschlands, blieb die Blitzaktivität hingegen eher unterdurchschnittlich.

Wetterlagen entscheiden über Blitzhäufigkeit

Ob ein Jahr viele oder wenige Blitze bringt, hängt nach Angaben von Meteorologen vor allem von der Witterung ab. Entscheidend ist, dass Hitze und Feuchtigkeit zusammentreffen. Diese Kombination sorgt für eine starke Labilität der Atmosphäre, die Gewitterwolken entstehen lässt. In sehr trockenen Jahren oder bei kühlen Sommern bleiben solche Bedingungen häufig aus, wodurch die Blitzaktivität deutlich geringer ausfällt.

Für die Zahl der Einschläge ist außerdem relevant, wie oft sich im Sommer entsprechende Wetterlagen über Deutschland einstellen. Der Blitzinformationsdienst weist darauf hin, dass ein einzelnes Gewitterereignis Hunderte von Entladungen auslösen kann. Dadurch können schon wenige kräftige Gewittertage eine Jahresstatistik deutlich anheben.

So wird die Blitzstatistik erfasst

Die Zahlen von Aldis/Blids basieren auf einem Netz von Detektoren, die die elektromagnetischen Signale von Blitzen empfangen. Durch Laufzeitmessungen an mehreren Stationen lässt sich der Einschlagsort meist auf wenige hundert Meter genau bestimmen. Gespeichert werden nur Entladungen zwischen Wolke und Erde, da diese für Menschen und Infrastruktur relevant sind.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Die Auswertung zeigt, dass es auch in diesem Jahr wieder zu erheblichen regionalen Unterschieden kommt. Während Bayern und Baden-Württemberg traditionell zu den blitzreichsten Regionen gehören, können einzelne Wetterlagen die Verteilung stark verändern. Der weitere Verlauf des Augusts und des Septembers wird entscheidend dafür sein, ob die Gesamtzahl für 2026 deutlich über dem Vorjahreswert liegt oder sich im Bereich der Jahre 2022 bis 2024 einpendelt.