Der Büsumer Standort des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung steht vor einer ungewissen Zukunft. Nach dem Weggang der früheren Institutsleiterin Ursula Siebert an die FU Berlin müssen Projekte neu organisiert und Beschäftigte versorgt werden, sagte der Präsident der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), Klaus Osterrieder, der Deutschen Presse-Agentur. Die Stiftung ist Träger des Instituts. Zuvor hatte der NDR berichtet.
Institut bleibt bestehen, aber Umstrukturierung nötig
„Wir ordnen das neu und werden Forschung, Lehre, Dienstleistung weitermachen“, sagte der Virologe. Das Institut bleibe integraler Bestandteil der Tierärztlichen Hochschule und werde nicht geschlossen. Aktuell könne er aber noch nicht sagen, ob der Standort in Büsum vor dem Aus stehe. „Wir müssen in der Reihenfolge Projekte angucken, zusammen mit den Mitarbeitenden Lösungen erarbeiten und dann werden wir die nötige Kreativität walten lassen, damit wir in diesem Forschungsgebiet und in diesem Dienstleistungsgebiet weitermachen können.“
Mietvertrag gekündigt, Mitarbeitende in Sorge
„Wir haben in Büsum eine Präsenz seit 15 Jahren. Wir haben da Mietobjekte und eines der Mietobjekte ist in der Tat gekündigt worden zum 31. März“, sagte Osterrieder. In Büsum gibt es knapp 50 Mitarbeitende. Sie beschäftigen sich nach Institutsangaben mit Seehunden, Kegelrobben, Schweinswalen, Delfinen, Fischottern, Eiderenten, Pott- und Zwergwalen. Tot geborgene oder erlöste Robben und Wale werden zur pathologischen Untersuchung nach Büsum gebracht. Eine Rolle spielte das Institut auch im Zusammenhang mit dem mehrfach vor der deutschen Ostseeküste gestrandeten Buckelwal Timmy.
Bedeutung für den Artenschutz
Die Arbeit des Instituts ist für den Schutz und die Erforschung von Meeressäugetieren in der Nord- und Ostsee von großer Bedeutung. Die pathologischen Untersuchungen liefern wichtige Daten über Gesundheitszustand, Todesursachen und Umweltbelastungen der Tiere. Ein möglicher Wegfall des Standorts Büsum würde eine Lücke in der regionalen Forschungsinfrastruktur hinterlassen.
Offene Fragen und nächste Schritte
Wie es konkret weitergeht, ist derzeit offen. Die TiHo will in den kommenden Monaten Gespräche mit den Mitarbeitenden führen und Projekte evaluieren. Eine Entscheidung über die Zukunft des Standorts Büsum soll nach diesen Gesprächen fallen. Bis dahin bleibt die Lage für die betroffenen Beschäftigten und die wissenschaftliche Gemeinschaft angespannt.



