Mario-Adorf-Preis: Merton und Wolfe bei Nibelungen-Festspielen geehrt
Merton und Wolfe erhalten Mario-Adorf-Preis

Worms – Mit der Verleihung des Mario-Adorf-Preises an Alice Merton und Alexander Wolfe sind die Nibelungen-Festspiele am späten Sonntagabend zu Ende gegangen. Die Sängerin und der Gitarrist wurden für ihre Liveauftritte in der diesjährigen Inszenierung „Die Hunnenkönigin“ ausgezeichnet. Es war der krönende Abschluss einer nach Veranstalterangaben erfolgreichen Saison vor dem Wormser Kaiserdom.

Ein Preis für die Musik, die Geschichte erzählt

Der Mario-Adorf-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Merton, bekannt durch ihren Hit „No Roots“, und Wolfe hatten den Soundtrack zu „Die Hunnenkönigin“ komponiert und an jedem der 16 Abende selbst auf der Bühne intoniert. Als sichtbares Zeichen der Ehrung erhielten beide eine gläserne Stele mit Drachen-Motiv – eine Anspielung auf den Drachen, den Siegfried in der Nibelungensage besiegte.

Kuratoriumsmitglied Karl-Rudolf Korte hob in seiner Laudatio hervor, dass die Musik weit mehr als eine Untermalung gewesen sei. „Die Musik ist nicht Begleitmusik, sondern die Vertonung des Narrativs des Abends“, sagte Korte. Mit Blick auf die Wirkung der Aufführung fügte er hinzu: „Gefühle machen Geschichte. Gefühle ändern Geschichte.“ Das Kuratorium besteht aus 14 Mitgliedern aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Medien.

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Die Kompositionen von Merton und Wolfe fügten sich nahtlos in die Erzählstruktur des Stücks ein. Sie unterstrichen die emotionalen Momente und verliehen den Figuren eine zusätzliche Klangdimension. Die konsequente Verbindung von Musik und Handlung machte die Inszenierung zu einem ganzheitlichen Theatererlebnis.

Ausverkaufte Vorstellungen und ein Erfolg für das Ensemble

Die 16 Vorstellungen von „Die Hunnenkönigin“ waren allesamt ausverkauft. Rund 24.000 Besucherinnen und Besucher verfolgten die Aufführungen vor dem Kaiserdom. Die Produktion der Londoner Theatercompagnie Les Enfants Terribles erzählt die Geschichte von Kriemhild, die von Maria Drăguș gespielt wurde. Die Handlung zeigt ihren Aufstieg von der als Ware verkauften Prinzessin von Burgund zur mächtigsten Frau des Kontinents.

Die Songs von Merton und Wolfe gaben der Inszenierung einen eigenen musikalischen Rahmen, der die Handlung trug und die emotionalen Spannungsbögen untermalte. Dass diese Musik live und mit sichtbarer Hingabe vorgetragen wurde, machte die Aufführungen zu einem besonderen Erlebnis. Die Auszeichnung würdigt genau diese künstlerische Leistung.

Mario Adorf: Mitbegründer und Namensgeber

Der Preis erinnert an den Schauspieler Mario Adorf, der als Mitbegründer der Nibelungen-Festspiele gilt. Adorf, einem breiten Publikum unter anderem aus „Der große Bellheim“ bekannt, war im April im Alter von 95 Jahren gestorben. Seit 2018 wird der nach ihm benannte Preis alljährlich an Persönlichkeiten vergeben, die sich um die Festspiele verdient gemacht haben.

Preisstifterin Ilse Lang betonte, die Auszeichnung solle dazu beitragen, Adorfs Namen eng mit den Festspielen zu verbinden. Traditionell werden mit dem Mario-Adorf-Preis künstlerische Leistungen gewürdigt, die über das gewöhnliche Maß hinausgehen. In diesem Jahr war dies die Musik von Merton und Wolfe zur „Hunnenkönigin“.

Festspiele 2027: Termin steht, Programm noch offen

Die nächste Ausgabe der Nibelungen-Festspiele findet unter der Intendanz von Nico Hofmann vom 9. bis 25. Juli 2027 statt. Die Organisatoren gaben das Datum am letzten Abend der laufenden Saison bekannt. Ein konkretes Programm für das kommende Jahr wurde noch nicht veröffentlicht. Die Festspielleitung verwies auf spätere Ankündigungen.

Mit dem Abschluss der Saison 2026 endet auch die Reihe der Aufführungen von „Die Hunnenkönigin“. Die Verleihung des Mario-Adorf-Preises setzte einen glanzvollen Schlusspunkt unter eine Festspielzeit, die dem Publikum in Worms unvergessliche Theatermomente beschert hat. Die Vorfreude auf die Saison 2027 ist bereits geweckt – auch wenn das Stück noch geheim ist.

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