Andrew Stanton, Regisseur von „Toy Story 5“, will Kindern zeigen, dass echte Freundschaften und die eigene Fantasie wertvoller sind als jede perfekte Welt. Im Interview mit unserer Redaktion betont der Oscar-Preisträger, dass gerade in der heutigen digitalen Zeit das gemeinsame Spielen und Träumen für Kinder unverzichtbar ist. Der neue Animationsfilm ist seit dem 2. August in den deutschen Kinos zu sehen – mit Woody, Jessie und Buzz Lightyear, die erneut auf eine abenteuerliche Reise gehen.
Ein emotionales Comeback der Kultfiguren
„Toy Story 5“ knüpft an die Erfolgsgeschichte an, die 1995 mit dem ersten Teil begann. Das Publikum trifft die beliebten Spielzeuge in einem neuen Abenteuer, das sich thematisch mit den Herausforderungen der heutigen Generation auseinandersetzt. Der Animationsfilm setzte bereits mit seinem Vorgänger Maßstäbe: „Toy Story 4“ spielte weltweit über eine Milliarde US-Dollar ein und gewann den Oscar für den besten Animationsfilm. Diese Erfolgsgeschichte will Stanton nun fortsetzen – mit einer Geschichte, die weniger auf Perfektion setzt, sondern auf die Bedeutung von Freundschaft.
„Kinder brauchen keine perfekte Welt“
Stanton erklärt im Gespräch, dass die Kernbotschaft von „Toy Story 5“ aus einem einfachen Satz entstanden sei: „Kinder brauchen keine perfekte Welt – sie brauchen Zeit, ihre Fantasie zu entdecken.“ Der Regisseur, der auch für „Findet Nemo“ und „WALL·E“ verantwortlich zeichnet, beobachtet mit Sorge, dass viele Kinder heute zu früh mit einer überladenen Erwachsenenwelt konfrontiert werden. Die Figuren Woody, Jessie und Buzz stehen für die unerschütterliche Verbundenheit, die Kinder in einer realen Freundschaft erleben. Diese Beziehungen lassen sich nicht durch digitale Angebote ersetzen, so Stanton weiter.
Freundschaft als Anker in einer digitalen Welt
Die Handlung des Films greift die Sehnsucht von Kindern nach Nähe und Verlässlichkeit auf. Während die Welt draußen immer schnelllebiger und komplexer wird, finden die Spielzeuge in ihrer Gemeinschaft Halt. Der Regisseur betont, dass wahre Freundschaft genau wie Fantasie Zeit und Raum brauche. Er verweist darauf, dass Kinder beim gemeinsamen Rollenspiel lernen, Konflikte zu lösen und Empathie zu entwickeln. Diese Fähigkeiten seien in Zeiten von Smartphones und sozialen Medien nicht selbstverständlich. Gerade deshalb erzählt „Toy Story 5“ eine Geschichte, die Jung und Alt gleichermaßen berührt.
Fantasie als Schlüssel zur Kreativität
Stanton appelliert an Eltern, ihren Kindern mehr Freiraum für eigene Ideen zu geben. Die eigene Fantasie sei nicht nur ein Ort der Flucht, sondern auch eine Quelle von Kreativität und Problemlösungskompetenz. Im Film erleben die Figuren, dass sie durch gemeinsames Denken und Vertrauen auch die schwierigsten Situationen meistern können. Diese Botschaft ist universell – und gerade in einer Zeit, in der Kinder häufig mit Leistungsdruck und digitalen Ablenkungen konfrontiert werden, von großer Aktualität.
Ein Regisseur mit klarer Haltung
Der zweifache Oscar-Gewinner zeigt sich im Interview überzeugt, dass Animationsfilme weit mehr als bloße Unterhaltung sind. Sie böten eine Bühne, um über Werte zu sprechen und emotionale Nähe zu schaffen. Mit „Toy Story 5“ sei ein Film gelungen, der Kinder ernst nehme und ihnen Mut mache. Stantons Worte hallen nach: Gerade in einer Zeit, in der die Welt immer lauter wird, lohnt es sich, innezuhalten und der Fantasie Raum zu geben. So wird der Kinobesuch für Familien zu einem Erlebnis, das noch lange nachwirkt.



