Warum „The Invite“ als sechste Version immer noch zündet
Warum „The Invite“ als sechste Version immer noch zündet

Los Angeles – Eine Ehe in der Krise, attraktive Nachbarn, Gespräche über Begehren und offene Beziehungen: Das klingt nach einem sicheren Aufreger. Doch „The Invite“ überrascht mit viel Feingefühl und noch mehr Wortwitz. Die sechste Version derselben Idee begeistert derzeit Kritiker und Publikum gleichermaßen. Auf Rotten Tomatoes kommt die Beziehungskomödie auf starke 97 Prozent Zustimmung.

Die Handlung ist bewusst einfach gehalten. Angela und Joe sind seit 15 Jahren verheiratet und stecken in einer Krise. Als Angela die Nachbarn Pina und Hawk spontan zum Abendessen einlädt, eskaliert der Abend. Aus anfänglichen Smalltalks über Wein und Käse wird ein Spiel aus Provokation und Geständnissen.

Ein Dinner mit vier Gängen und noch mehr Wahrheiten

Gespräche über die Einrichtung wechseln sich mit Fragen nach Treue und Glück ab. Jede der vier Figuren trägt eine eigene Vorstellung von Freiheit und Verbindlichkeit in sich. Am Ende der Nacht wissen die Zuschauer selten mehr als die Figuren selbst: Wer zieht hier wen in seinen Bann?

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Die Rollen sind prominent besetzt: Oscar-Preisträgerin Penélope Cruz (52) spielt die geheimnisvolle Pina, ihr Gegenüber Edward Norton (56) ist als Hawk zu sehen. Norton wurde bereits viermal für einen Oscar nominiert. Seth Rogen (44) und Olivia Wilde (42) verkörpern das Ehepaar in der Lebensmittelkrise.

Die Geschichte einer endlosen Adaption

Die eigentliche Sensation liegt jedoch in der Entstehungsgeschichte. „The Invite“ ist bereits die sechste filmische Version des spanischen Theaterstücks „Los vecinos de arriba“. Zuvor gab es unter anderem die Adaptionen „Sentimental“, „Vicini di casa“, „Le Test“ und in Deutschland „Der Vierer“ mit Florian David Fitz (51).

In der deutschen Fassung spielten neben Fitz auch Lucía Barrado (42), Friedrich Mücke (45) und Julia Koschitz (51). Sie war zwei Jahre vor der Hollywood-Version in den Kinos. Genau dieser Vorlauf zeigt, wie reizvoll der Stoff für unterschiedliche Kulturen ist.

Warum der Stoff auch beim alten Hut funktioniert

Die Erklärung dafür ist simpel: Das komplette Stück spielt in einer Wohnung, verfügt über vier Hauptfiguren und basiert fast ausschließlich auf Dialogen. Dadurch lässt es sich problemlos in verschiedene Länder und gesellschaftliche Milieus übertragen. Die Grundfragen bleiben überall gleich: Eifersucht, Versuchung und das Geheimnis des Partners.

Dass dieser Ansatz auch beim sechsten Anlauf funktioniert, belegen die Reaktionen auf „The Invite“. Der Film zählt bei Kritikern wie Filmfans zu den bestbewerteten neuen Komödien des Jahres. Auch die Darstellung der Beziehungsdynamik wird gelobt.

Penélope Cruz über das Kennen des anderen

Penélope Cruz bringt in dieser Hinsicht persönliche Erfahrungen mit. In einem Gespräch über ihre langjährige Beziehung mit Javier Bardem (57) sagte sie: „Ich kenne diese Person wirklich gut. Aber gibt es einen Tag, an dem man sich selbst wirklich kennt? Nein. Und genauso ist es mit dem Partner.“ Genau diese Selbst- und Fremderkenntnis wird im Film verhandelt.

Letztlich bleibt die Botschaft der Komödie aktuell: Die Kulisse mag wechseln, die Fragen bleiben bestehen. Was bedeutet Treue, wo beginnt Verrat, und können wir in einer Beziehung jemals wirklich ankommen? „The Invite“ läuft seit dem 30. Juli 2026 in den deutschen Kinos.

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