Jeden Freitag präsentieren vier Musikjournalistinnen und -journalisten ab 21 Uhr im „Soundcheck“ bei Radio eins die Alben der Woche. Diese Woche stehen Platten von Magi Merlin, Ariana Grande, Shearwater und Low Key Orchestra im Fokus.
Magi Merlin: „Power House“ (ONErpm)
Wer Musik gerne in Schubladen denkt, wird mit Magi Merlins Album „Power House“ scheitern. Die in Paris lebende Kanadierin vermischt etliche Genres und nennt das Ergebnis „Broken R&B“. In einem Song heißt es: „I am all things all the time“. Merlin ist nicht die erste Pop-Alchemistin, aber bei ihr funktioniert es außergewöhnlich gut: futuristischer Pop voller Energie, der nie langweilig wird. Martin Böttcher, Podcaster von „Pop nach 8“, lobt das Album als „Herausforderung für Schubladendenker“.
Ariana Grande: „Petal“ (Universal Music)
Nach dem Erfolg von „Wicked“ – inklusive Oscar-Nominierung – hatte Ariana Grande eigentlich angekündigt, sich künftig mehr auf ihre Schauspielkarriere zu konzentrieren. Doch das Pop-Gen lässt sie nicht los: Sie ist derzeit auf Tour, und mit „Petal“ erscheint ihr achtes Studioalbum. Die Leadsingle „Hate that I made you love me“ knüpft an den Midtempo-Synth-Pop des Vorgängers „Eternal Sunshine“ an – eine Hassliebe zu Fans und Medien, poliert von den schwedischen Hit-Garanten Max Martin und Ilya. Inga Barthels vom Tagesspiegel beschreibt den Sound als „auf Hochglanz poliert“.
Shearwater: „The New World“ (Polyborus Music)
Jonathan Meiburg, der Ornithologe unter den Indie-Musikern, benannte seine Band Shearwater nach dem Sturmtaucher. Auf dem neuen Album „The New World“ sind Field Recordings von Vögeln, Kojoten und anderen Tieren zu hören. Die US-Band erschafft einen atmosphärisch dichten Sound zwischen Indierock und Kammerensemble – bedrohlich, melancholisch und doch hoffnungsvoll. Nur was Meiburg genau singt, bleibt unklar. Juliane Reil, Musikjournalistin, merkt an: „Genau das ist das Problem.“
Low Key Orchestra: „Before The Reverb“ (The Resort/Record Jet)
Das Low Key Orchestra besteht aus Sönke Torpus, der zuvor mit Acts wie International Music, Nichtseattle und Tristan Brusch wichtige Akzente setzte. Dann zog er sich nach Nordfriesland zurück. Schafe, Kühe, Landschaft und ein eigenes Studio prägen den Sound dieses außergewöhnlichen Debüts. Torpus spielt mit großer Kraft gegen die Wegwerfmusik unserer Zeit an. Andreas Müller, Moderator, nennt „Before The Reverb“ ein „wertvolles Album“.



