Acht deutsche Seeleute von Piraten vor Somalia entführt
Acht deutsche Seeleute von Piraten vor Somalia entführt

Garowe (Somalia) – Somalische Piraten haben einen Chemie- und Öltanker mit zwanzig Seeleuten gekapert, darunter acht Deutsche. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei Einwohner der halbautonomen Region Puntland. Der unter tansanischer Flagge fahrende Treibstoff- und Chemikalientanker „MT Asana“ (IMO 9035838) war auf dem Weg von Karatschi (Pakistan) nach Bosaso in Somalia.

Piraten entern Tanker im Golf von Aden

Die britische Seeschifffahrtsbehörde UKMTO meldete bereits vergangene Woche, dass bewaffnete Männer das Schiff im Golf von Aden geentert und anschließend in somalische Gewässer gebracht hätten. Ein angeblicher Ex-Pirat, der sich gegenüber Reuters äußerte, bestätigte, dass sich insgesamt 20 Besatzungsmitglieder an Bord befinden: acht Deutsche und zehn Filipinos. Zur Nationalität der beiden weiteren Seeleute machte er keine Angaben.

Lebensmittel an Bord deuten auf lange Geiselnahme hin

Ein Einwohner der Küstenstadt Caluula beobachtete, wie Piraten Lebensmittel zu dem gekaperten Tanker brachten. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich die Entführer auf eine längere Geiselnahme vorbereiten. Die Gewässer vor Somalia galten lange als eines der gefährlichsten Seegebiete der Welt. Zwischen 2008 und 2018 kaperten somalische Piraten regelmäßig Handelsschiffe, verschleppten Besatzungen und erpressten millionenschwere Lösegelder.

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Rückkehr der Piraterie am Horn von Afrika

Erst internationale Marineeinsätze drängten die Piraterie deutlich zurück. Seit Ende 2023 beobachten Sicherheitsbehörden jedoch wieder eine Zunahme der Angriffe am Horn von Afrika. Sollte sich die Entführung der „MT Asana“ bestätigen, wäre sie einer der schwerwiegendsten Piratenfälle mit deutscher Beteiligung seit Jahren.

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