Erster Einsatz gegen Asiatische Hornisse in Brandenburg
Erster Einsatz gegen Asiatische Hornisse in Brandenburg

In Brandenburg wird erstmals ein Nest der Asiatischen Hornisse beseitigt. Fachleute mit Spezialausrüstung rücken am Vormittag in Eisenhüttenstadt gegen die eingeschleppte Art an. Bisher gab es in Brandenburg keinen Nachweis der Asiatischen Hornisse. Sie ist vor allem im Westen Deutschlands längst verbreitet.

Gefahr für die Artenvielfalt

Die invasive Hornissen-Art, die hierzulande nicht heimisch ist, gilt als Gefahr für die Artenvielfalt, vor allem für Honigbienen. Deshalb wird sie bekämpft, ihre Nester werden zerstört.

Imker: Keine Killer-Hornisse

Der erfahrene Imker Holger Ackermann schätzt, dass in dem Nest an einem Dachvorsprung in Eisenhüttenstadt rund 50 bis 100 Hornissen seien. Er hat sich auf den Einsatz, für den spezielle Schutzanzüge nötig sind, vorbereitet. "Man muss schnell und gut sortiert vorgehen", sagte er. Der Imker hält Panik nicht für angebracht: "Es ist keine Killer-Hornisse".

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Vorgehen: Einfrieren der Hornissen

"Unser Plan ist, die Hornissen einzufrieren", sagte Ackermann. Zunächst müssten Kunststoffsäcke über das Nest gestülpt werden. Die Hornissen kämen dann in eine Art Kühltasche, so dass die Tiere träge würden. Nach zwei Tagen in einer Tiefkühltruhe seien die Hornissen tot.

Auch wenn die Imker mit Funden dieser invasiven Hornissen-Art in Brandenburg gerechnet haben, ist ein solcher Einsatz Neuland. Seit rund zwei Jahren habe man sich darauf vorbereitet und Rat von Experten aus ganz Deutschland eingeholt, so Ackermann, der auch Sprecher des Imkerverbandes Brandenburg ist.

Gen-Analyse geplant

Die toten Hornissen sollen ihm zufolge im Labor genetisch untersucht werden. So wollen die Imker herausfinden, über welchen Weg die Tiere in die ostbrandenburgische Stadt an der polnischen Grenze kamen. "Man geht auf Spurensuche."

Laut Landesumweltamt wurde eher im Westen Brandenburgs mit ersten Funden gerechnet. Denn an der Elbe in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen wurden Vorkommen der Asiatischen Hornisse nachgewiesen.

Gefahr für Menschen gering

Für Menschen stellt eine einzelne Asiatische Hornisse in der Regel keine Gefahr dar, wie das Agrar- und Umweltministerium am Donnerstag mitteilte. "Sie verhält sich fernab des Nestes nicht aggressiv gegenüber Menschen." Aber es ist Vorsicht angebracht: Die Tiere könnten ihre Nester, die sie etwa an Carports, Schuppen, Garagen oder Scheunen anlegten, bei Störungen aggressiv verteidigen, hieß es.

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