Tragödie am Broad Peak: Leiche von Netflix-Bergsteiger Purja gefunden
Lawine am Broad Peak: Leiche von Bergsteiger Purja gefunden

Die Leiche des bekannten Extrembergsteigers Nirmal Purja ist gefunden, aber noch nicht geborgen. Ein Bodenrettungsteam erreichte den Körper des Nepalesen in etwa 5700 Metern Höhe am Broad Peak im Karakorum-Gebirge in Pakistan, wie Niala Kiani, Sprecherin des Alpine Club Pakistan, mitteilt. Ziel ist es, den Leichnam zunächst in ein japanisches Camp zu transportieren.

Ein Leben für die Berge

Purja wurde international bekannt durch eine Netflix-Dokumentation über sein Projekt, als erster Mensch alle vierzehn Achttausender innerhalb einer einzigen Saison zu besteigen. Der damalige Rekordlauf machte ihn zu einem der bekanntesten Höhenbergsteiger der Welt. Nun war er erneut in Pakistan unterwegs, gemeinsam mit neun weiteren Bergsteigerinnen und Bergsteigern aus Nepal, Pakistan, China, den USA und dem Oman. Die Expedition galt als anspruchsvoll, doch niemand rechnete mit einer solchen Katastrophe.

Lawine reißt das gesamte Team in den Tod

Bei der Expedition am Broad Peak – dem zwölfthöchsten Berg der Erde – wurde das gesamte Team von einer gewaltigen Lawine erfasst und in den Tod gerissen. Drei Leichen konnten bereits geborgen werden. Insgesamt wurden vier Tote gefunden, die aber noch am Berg liegen, darunter auch Purja. Die Bedingungen für die Bergungsarbeiten seien „sehr schwierig“, erklärte die Sprecherin des Alpine Club Pakistan. Die Rettungskräfte müssen bei extremem Wetter und großer Lawinengefahr arbeiten.

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Riskante Rettung in der Todeszone

Der Broad Peak ist mit 8051 Metern einer der gefährlichsten Achttausender im Karakorum. In dieser Höhe sprechen Experten von der sogenannten Todeszone, in der der menschliche Körper ohne zusätzlichen Sauerstoff kaum überleben kann. Die Bergung von Leichen stellt selbst erfahrene Teams vor immense Herausforderungen: eisige Temperaturen, dünne Luft und die ständige Gefahr weiterer Lawinen machen jeden Einsatz äußerst riskant. Die rettenden Bergsteiger müssen sich den Toten über steile Eisfelder nähern, wobei sie oft auf Bergseilen gesichert werden.

Das Bodenrettungsteam habe den Körper von Purja auf etwa 5700 Metern Höhe erreicht, so die Sprecherin. Die Zahl klingt geringer als die Höhe des Gipfels, liegt aber dennoch in extremen Gefahrenzonen. Die Entscheidung, die Leichen nicht sofort zu transportieren, sei der Sicherheit der Rettungskräfte geschuldet. Die Wetterbedingungen am Berg ändern sich schnell, und die Gefahr neuer Lawinen ist hoch.

Betroffenheit in der Bergsteiger-Community

Die Todesfälle haben in der internationalen Bergsteiger-Community große Bestürzung ausgelöst. Purja galt als Pionier, der die Grenzen des menschlich Machbaren verschob. Mit seiner Dokumentation inspirierte er ein Millionenpublikum, auch wenn er stets auf die Gefahren des Extrembergsteigens hinwies. Sein Rekord, alle vierzehn Achttausender in einer Saison zu besteigen, gilt als Meilenstein in der Geschichte des Alpinismus.

Neben Purja starben auch die neun anderen Teilnehmer der Expedition, deren Namen bislang nicht vollständig veröffentlicht wurden. Die Behörden in Pakistan koordinieren die Bergung der Leichen und die Benachrichtigung der Familien. In den sozialen Medien kondolieren Fans, Bergsteiger und Prominente.

Bergungsarbeiten dauern an

Die Bergung der vier noch am Berg liegenden Toten wird sich nach Angaben der Sprecherin noch einige Tage hinziehen. Das japanische Camp, in das Purjas Leiche gebracht werden soll, dient als Zwischenstation für den Abtransport ins Tal. Doch die Logistik ist kompliziert: In der Regel werden Leichen in dieser Höhe von Rettungsteams mühsam abgeseilt und dann mit Helikoptern abgeholt, sobald das Wetter es zulässt.

Die genauen Umstände der Lawine sind noch unklar. Wann und aus welcher Richtung die Eismassen niedergingen, wird noch ermittelt. Fest steht, dass die Katastrophe am Broad Peak eines der schwersten Bergsteiger-Unglücke im Karakorum in den vergangenen Jahren ist. Die Bergungsarbeiten werden fortgesetzt, sobald die Bedingungen es erlauben.

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