Ukraine greift Russlands Hinterland mit 635 Drohnen an
Ukraine greift Russland mit 635 Drohnen an

Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf die russische Region Saratow sind nach Behördenangaben zwei Menschen getötet worden. Gouverneur Roman Bussargin teilte auf Telegram mit, zivile Infrastruktur in Saratow und Engels sei beschädigt worden. In Engels sei ein mehrstöckiges Wohnhaus getroffen worden, zwei Menschen seien ums Leben gekommen.

In sozialen Netzwerken kursierten nicht überprüfbare Aufnahmen, die Brände auf dem Gelände der Raffinerie in Saratow zeigen. Die Anlage war in der Vergangenheit immer wieder Ziel ukrainischer Gegenangriffe. Auch der Luftwaffenstützpunkt Engels, einer der größten in Russland, geriet ins Visier. Von dort aus starten regelmäßig strategische Bomber, um Raketen auf ukrainische Städte abzufeuern. Nach Angaben russischer Militärblogger soll der Stützpunkt erneut getroffen worden sein.

635 Drohnen über Russland abgewehrt

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, in der Nacht seien 635 ukrainische Drohnen über russischem Territorium und der annektierten Krim abgefangen worden. Diese Zahl lässt sich unabhängig nicht überprüfen. Sie verdeutlicht aber, wie massiv die Ukraine ihre Angriffe auf das Hinterland ausweitet. In den vergangenen Monaten hatte Kiew wiederholt Ziele wie Ölraffinerien, Munitionslager und Militärflugplätze mit Langstreckendrohnen attackiert.

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Die Ukraine setzt dabei unter anderem auf Langstreckendrohnen wie die „An-196 Ljutyj“. Mit diesen Drohnen hat Kiew zuletzt mehrfach Ziele tief im russischen Hinterland angegriffen. Die Angriffe sind Teil der Strategie, die russische Logistik und Versorgung zu stören.

Wildberries-Logistikzentrum in Brand

Erneut attackierten ukrainische Drohnen auch ein Logistikzentrum des russischen Online-Giganten Wildberries. Wie das Unternehmen mitteilte, war diesmal ein Standort in der Region Samara betroffen. In der Folge sei ein Feuer ausgebrochen, Verletzte habe es nicht gegeben. Wildberries ist der größte Online-Versandhändler Russlands und wurde bereits in der Vergangenheit mehrfach zum Ziel ukrainischer Angriffe.

Reaktionen und Folgen

Russlands Behörden haben Ermittlungen eingeleitet. Gouverneur Bussargin kündigte an, alle betroffenen Einrichtungen zu überprüfen. Die Aufnahmen aus sozialen Medien, die starke Brände in der Raffinerie zeigen, lassen sich nicht unabhängig verifizieren. Sollte die Raffinerie tatsächlich getroffen worden sein, könnte das Auswirkungen auf die Treibstoffversorgung der russischen Streitkräfte haben.

Der Luftwaffenstützpunkt Engels ist ein zentraler Knotenpunkt der russischen Langstreckenflieger. Ein Angriff auf diese Basis wird von Militärexperten als empfindlicher Schlag gewertet. Die Ukraine betrachtet solche Ziele als legitime militärische Objekte, weil von dort aus Raketenangriffe auf ukrainische Städte gestartet werden.

Hintergrund des Krieges

Seit mehr als vier Jahren verteidigt sich die Ukraine mit westlicher Hilfe gegen die russische Invasion. Die Angriffe auf das russische Hinterland sind Teil ihres Abwehrkampfs. Kiew hat angekündigt, die Schläge weiter zu intensivieren, um die russische Logistik und Rüstungsproduktion zu schwächen. Moskau verurteilt die Angriffe und spricht von Terrorakten. International sorgt die Eskalation für Debatten über den Einsatz westlicher Waffen jenseits der ukrainischen Grenzen.

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