Nach dem Untergang eines vietnamesischen Frachtschiffs mit 62 Besatzungsmitgliedern haben Einsatzkräfte im Südchinesischen Meer nach 17 Vermissten gesucht. Wie ein Sprecher des vietnamesischen Außenministeriums in Hanoi am Sonntag mitteilte, sei die 'Khoi Nguyen 18' bei schlechtem Wetter gesunken. Mit Unterstützung chinesischer Rettungskräfte hätten 45 Menschen gerettet werden können.
Rettungsaktion unter Beteiligung Chinas
Laut dem staatlichen chinesischen Sender CCTV geriet das Schiff in Seenot, als es sich in der Nähe des Yongshu-Atolls befand. Dieses gehört zu den Spratly-Inseln, die von Vietnam teilweise beansprucht werden. Ein chinesisches Rettungsschiff habe am Samstagabend ein Notsignal des Frachters registriert, berichtete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Bei der Bergung der Überlebenden und der Suche nach den Vermissten seien sechs chinesische Schiffe und ein Hubschrauber sowie ein vietnamesisches Schiff eingesetzt worden.
Erst am Freitag war ein weiteres vietnamesisches Schiff bei rauer See nahe den Spratly-Inseln gesunken. Hierbei wurden 33 Seeleute gerettet, drei weitere werden laut vietnamesischen Staatsmedien vermisst. Die aufeinanderfolgenden Unglücke verdeutlichen die Gefahren der Schifffahrt in der Region.
Hintergrund: Territorialkonflikte im Südchinesischen Meer
China beansprucht fast das gesamte Südchinesische Meer für sich. Aber auch Vietnam, Brunei, Indonesien, Malaysia und die Philippinen erheben Anspruch auf Teile des Seegebiets. Der Ständige Schiedshof in Den Haag erklärte 2016 einige der chinesischen Gebietsansprüche für unrechtmäßig, jedoch erkennt Peking das Urteil nicht an. Für die Frachtschifffahrt ist das Südchinesische Meer von großer Bedeutung: Mehr als 60 Prozent der weltweit verschifften Waren werden durch das Seegebiet transportiert.



