Auswanderung: Wohin zieht es die meisten Deutschen?
Wohin wandern die meisten Deutschen aus?

Die Schweiz bleibt das beliebteste Auswanderungsziel der Deutschen. Im Jahr 2023 zogen rund 14.000 Deutsche in die Alpenrepublik, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit führt die Schweiz die Liste der beliebtesten Zielländer für deutsche Auswanderer weiterhin an.

Die Top 3 der beliebtesten Zielländer

Die USA belegen mit etwa 12.000 Auswanderern den zweiten Platz, dicht gefolgt von Österreich mit rund 10.000. Diese Zahlen zeigen, dass die klassischen Ziele weiterhin attraktiv sind, auch wenn sich die Motive der Auswanderer im Laufe der Zeit verändert haben.

„Die Gründe für eine Auswanderung sind vielfältig: berufliche Perspektiven, familiäre Bindungen oder einfach der Wunsch nach einem Neuanfang“, erklärt Migrationsexpertin Dr. Julia Schneider von der Universität Bamberg. „Besonders die Schweiz lockt mit hohen Gehältern und einer starken Wirtschaft.“

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Weitere beliebte Ziele weltweit

Neben den Top 3 zieht es viele Deutsche auch in andere Länder: Spanien, Frankreich und die Niederlande erfreuen sich großer Beliebtheit, vor allem bei jüngeren Menschen und Rentnern. Auch außerhalb Europas sind Ziele wie Kanada, Australien und Neuseeland gefragt, auch wenn die Zahlen dort geringer sind.

Die Statistik zeigt auch, dass die Gesamtzahl der Auswanderer in den letzten Jahren leicht gestiegen ist. Während es 2022 noch rund 260.000 waren, stieg die Zahl 2023 auf etwa 270.000. Das entspricht einem Zuwachs von rund vier Prozent.

Trends und Motive der Auswanderer

Ein Trend ist die zunehmende Altersmischung: Immer mehr Menschen über 60 wandern aus, oft aus gesundheitlichen oder klimatischen Gründen. Gleichzeitig zieht es viele junge Fachkräfte ins Ausland, um internationale Erfahrungen zu sammeln.

Die beliebtesten Auswanderungsgründe sind laut einer Umfrage des Ifo-Instituts: berufliche Chancen (42 Prozent), persönliche Beziehungen (28 Prozent) und Lebensqualität (18 Prozent). Nur eine Minderheit nennt politische oder wirtschaftliche Unzufriedenheit als Hauptgrund.

Die meisten Auswanderer stammen aus den westlichen Bundesländern, insbesondere aus Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Das Schlusslicht bilden die ostdeutschen Länder, ausgenommen Berlin.

Auswirkungen auf Deutschland

Die Auswanderung hat auch Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Vor allem in technischen und medizinischen Berufen fehlen Fachkräfte. Gleichzeitig kehren viele Auswanderer nach einigen Jahren zurück – etwa 40 Prozent der Auswanderer kommen innerhalb von zehn Jahren wieder nach Deutschland.

Mit Blick auf die Zukunft rechnen Experten damit, dass die Auswanderungszahlen stabil bleiben oder sogar leicht sinken, da Deutschland durch die Digitalisierung und flexible Arbeitsmodelle attraktiver wird.

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