Hilton kündigt Hotelverträge in Frankfurt nach US-Sanktionen gegen Eigentümer
Hilton kündigt Frankfurt-Verträge nach Sanktionen

Der US-Hotelkonzern Hilton hat angekündigt, zwei Managementverträge für Hotels in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet zu kündigen. Grund sind US-Sanktionen gegen den langjährigen Eigentümer der Immobilien, Ali Ansari, der vom US-Finanzministerium als „wichtiger Geldgeber“ für Irans Obersten Führer Modschtaba Chamenei eingestuft wurde. Dies berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Betroffene Hotels und Eigentümerstruktur

Betroffen sind das Hilton Frankfurt City Centre und das Hilton Frankfurt Gravenbruch im Neu-Isenburger Ortsteil Gravenbruch. Wirtschaftlicher Eigentümer beider Immobilien ist laut Unternehmensunterlagen die Smart Global mit Sitz in St. Kitts und Nevis – ein Unternehmen, das Ansari über Scheinfirmen und Bankkonten in mehreren Ländern aufgebaut haben soll. Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums hat eine allgemeine Genehmigung erteilt, die Transaktionen mit Smart Global bis zum 9. August erlaubt. Hilton hat damit einige Wochen Zeit, die Geschäftsbeziehungen geordnet zu beenden, ohne gegen US-Recht zu verstoßen.

Hiltons Reaktion und rechtliche Prüfung

Ein Hilton-Sprecher teilte mit, der Konzern sei sich der Sanktionen bewusst und prüfe die Angelegenheit. Man werde „die vollständige Einhaltung der Gesetze sicherstellen“. Das US-Finanzministerium antwortete nicht auf eine Anfrage. Ansari selbst hat über seinen Anwalt jede Verbindung zu Chamenei bestritten und angekündigt, gegen bereits Ende vergangenen Jahres verhängte britische Sanktionen Berufung einzulegen.

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Strategische Bedeutung Deutschlands für Hilton

Für Hilton ist Deutschland zwar kein umsatzstarker Kernmarkt – der Anteil am Gesamtumsatz ist im Vergleich zu den USA gering –, gilt dem Konzern aber als strategischer Wachstumsmarkt in Europa. Erschwerend kommt das Geschäftsmodell hinzu: Hilton arbeitet nach dem Asset-Light-Prinzip. Lokale Eigentümer besitzen und finanzieren die Hotels; Hilton stellt Marke, Treueprogramm und teils das Tagesmanagement bereit, ohne eigenes Kapital einzusetzen. Das macht den Konzern für Investoren attraktiv – Verträge ohne triftigen Grund zu kündigen, ist aber rechtlich schwierig.

Interne Prüfung und Hintergründe

Hilton hatte bereits Monate vor den Sanktionen eine interne Prüfung eingeleitet. Anlass war eine Bloomberg-Recherche vom Januar, die die iranische Eigentümerstruktur der beiden Frankfurter Hotels offenlegte. Zahlungen aus dem Chamenei-Netzwerk an internationale Unternehmen – darunter Hilton – gerieten daraufhin ins Blickfeld des US-Justizministeriums. Ansari leitete die inzwischen aufgelöste Ayandeh Bank und fungierte laut Bloomberg als Mittelsmann, um Chamenei beim Transfer von Geldern ins Ausland zu helfen. US-Behörden werfen ihm vor, der iranischen Wirtschaft erheblichen Schaden zugefügt zu haben.

„Ansari hat sich einen Namen gemacht, indem er die Veruntreuung von Geldern innerhalb des iranischen Regimes institutionalisiert hat“, erklärte das Finanzministerium. Dies sei „auf Kosten des iranischen Volkes“ geschehen. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien.

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