Berlin erfreut über UNESCO-Welterbe-Erweiterung: Waldsiedlung Zehlendorf
Berlin feiert UNESCO-Welterbe-Status für Waldsiedlung

Die Waldsiedlung Zehlendorf im Südwesten Berlins ist offiziell als Teil der UNESCO-Welterbeliste anerkannt worden. Das UNESCO-Welterbekomitee beschloss während seiner Sitzung im südkoreanischen Busan, die zwischen 1926 und 1932 im Bauhausstil errichtete Siedlung in die Liste aufzunehmen. Es handelt sich dabei um eine Erweiterung der bereits 2008 anerkannten Welterbestätte „Siedlungen der Berliner Moderne", zu der nun insgesamt sieben Siedlungen zählen.

Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD) zeigte sich erfreut über die Entscheidung. „Wir freuen uns sehr", erklärte Gaebler. Die Waldsiedlung Zehlendorf des Architekten Bruno Taut stehe für einen städtebaulichen Neuanfang. „Ihre Einzigartigkeit ist ein Symbol der Modernität, das schon seit rund 100 Jahren zeigt, wie bezahlbares Wohnen mit hoher Lebensqualität gelingen kann." Mit seiner Entscheidung würdige das UNESCO-Welterbekomitee nicht nur die Qualität der Siedlung, sondern trage eine historische Idee in die Gegenwart.

Historische Entscheidung in Busan

Das Komitee tagte vom 21. bis 31. Juli 2024 in Busan, Südkorea, und prüfte zahlreiche Nominierungen. Die Waldsiedlung Zehlendorf, entworfen von Bruno Taut, zählt zu den herausragenden Beispielen des sozialen Wohnungsbaus der Weimarer Republik. Die Siedlung besticht durch ihre durchgrünte Anlage, flache Dächer und helle Fassaden – typische Merkmale der Bauhaus-Architektur. Ursprünglich für Arbeiter und Angestellte konzipiert, bietet sie noch heute bezahlbaren Wohnraum in idyllischer Lage.

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Erweiterung der Welterbestätte

Bereits 2008 hatte die UNESCO sechs Siedlungen der Berliner Moderne in die Welterbeliste aufgenommen. Dazu gehören die bekannte Hufeisensiedlung im Bezirk Neukölln, die Weiße Siedlung in Reinickendorf sowie vier weitere: die Wohnstadt Carl Legien, die Siedlung Schillerpark, die Siedlung Siemensstadt und die Siedlung in der Gartenstadt Falkenberg. Mit der Waldsiedlung Zehlendorf wächst die Stätte nun auf sieben Siedlungen an. Deutschland verfügt damit über insgesamt 55 Welterbestätten, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Die Entscheidung für die Erweiterung unterstreicht die internationale Bedeutung der Berliner Architektur der Moderne. Die Siedlungen gelten als Meilensteine des Städtebaus, die Funktionalität, Ästhetik und soziale Verantwortung vereinen. Bruno Taut, ein Pionier des Siedlungsbaus, setzte mit der Waldsiedlung Zehlendorf Maßstäbe für lichtdurchflutete und gesunde Wohnverhältnisse.

Bedeutung für Berlin

Die Anerkennung durch die UNESCO ist ein Prestigegewinn für Berlin. Senator Gaebler betonte, dass die Waldsiedlung Zehlendorf nicht nur als Denkmal geschützt sei, sondern auch als Vorbild für zeitgenössische Wohnkonzepte diene. „Die Idee, bezahlbares Wohnen mit hoher Lebensqualität zu verbinden, ist heute aktueller denn je", so Gaebler. Die Siedlung zieht bereits jetzt Architekturtouristen an und dürfte durch den Welterbe-Status noch mehr Besucher anlocken.

Die sieben Siedlungen der Berliner Moderne

Die Welterbestätte „Siedlungen der Berliner Moderne" umfasst nun folgende Ensembles: die Hufeisensiedlung in Neukölln, die Weiße Siedlung in Reinickendorf, die Wohnstadt Carl Legien in Prenzlauer Berg, die Siedlung Schillerpark in Wedding, die Siedlung Siemensstadt in Spandau, die Siedlung in der Gartenstadt Falkenberg in Treptow-Köpenick – und nun die Waldsiedlung Zehlendorf in Steglitz-Zehlendorf. Sie alle entstanden zwischen 1913 und 1934 und repräsentieren verschiedene Strömungen der modernen Architektur.

Mit der Aufnahme der Waldsiedlung Zehlendorf würdigt die UNESCO auch das Erbe von Bruno Taut, der in den 1920er Jahren maßgeblich den Berliner Wohnungsbau prägte. Taut, ein Vertreter des expressionistischen und funktionalistischen Bauens, schuf mit der Siedlung ein Ensemble aus etwa 2.000 Wohnungen – eine genaue Zahl wird in der offiziellen Begründung nicht genannt – die in Zeilenbauweise angeordnet sind und großzügige Grünflächen umfassen.

Die Auszeichnung ist nicht nur eine Hommage an die Vergangenheit, sondern auch ein Impuls für die Zukunft. Der Senat plant, die Siedlung weiterzuentwickeln und ihren besonderen Charakter zu bewahren. Die Waldsiedlung Zehlendorf wird damit zum Botschafter einer Architektur, die weltweit ihresgleichen sucht.

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