Italiens Botschafter verteidigt sein Land gegen Kritik an Reisepannen
Botschafter Bucci: Italien mehr als negative Vorfälle

Italiens Botschafter in Deutschland, Fabrizio Bucci, hat auf einen kritischen Artikel über Urlaub in Italien reagiert. In einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel bedauert er die von Frank Lorentz geschilderten Unannehmlichkeiten, bittet aber darum, das Gesamtbild nicht aus den Augen zu verlieren.

Goethe als Zeuge der Verteidigung

Bucci verweist darauf, dass bereits Johann Wolfgang von Goethe vor zwei Jahrhunderten über Schmutz in Venedig und unbequeme Häuser in Perugia und Assisi klagte. Dennoch habe Goethe die Schönheit des Gardasees gepriesen und seine Freunde eingeladen, die Aussicht mit ihm zu teilen. Negative Einzelerfahrungen sollten nicht das ganze Bild trüben.

UNESCO-Welterbestätten und Gastfreundschaft

Der Botschafter hebt hervor, dass Italien weltweit die meisten UNESCO-Welterbestätten beherbergt. Jedes Jahr fänden Millionen Besucher genau das, was auch Herr Lorentz lange geliebt habe: Herzlichkeit, authentische Gastfreundschaft und einen inspirierenden Lebensstil.

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Eine Begegnung der besonderen Art

Bucci zitiert den albanischen Schriftsteller Ismail Kadare, der in den 1970er-Jahren in Rom frühmorgens ein geöffnetes Café suchte. An der Via Veneto fand er eines und bestellte mit Gesten einen ausgezeichneten Cappuccino, wobei er sich mit dem Barista und anderen Gästen unterhielt. Kadare nannte dies „die höchste Form menschlicher Zivilisation“.

Appell an den Kritiker

Der Botschafter hofft, dass Frank Lorentz es sich noch einmal überlegt und Italien erneut besucht. Abschließend gibt er ihm einen Rat des brasilianischen Regisseurs Bruno Barreto mit auf den Weg: „Die Italiener sind auch dann glücklich, wenn die Dinge schlecht laufen, denn sie wissen, dass sie am Ende trotzdem gut essen werden.“ Bucci wünscht eine gute Reise und guten Appetit.

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