China und Russland dringen bei Marineübung in japanische Wirtschaftszone ein
China und Russland in Japans Wirtschaftszone

Chinesische und russische Seestreitkräfte sind japanischen Angaben zufolge am Sonntag bei einer gemeinsamen Marineübung in die ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) Japans vorgedrungen. Der Vorfall ereignete sich rund 180 Kilometer südwestlich des Okinotori-Atolls, wie Regierungssprecher Minoru Kihara mitteilte. Die beiden Felsen des größtenteils unter Wasser gelegenen Atolls stellen die südlichsten Punkte des japanischen Territoriums dar. Die AWZ erstreckt sich bis zu 200 Seemeilen vor der Küste und gewährt Japan besondere wirtschaftliche Nutzungsrechte.

Tokio reagiert mit Mobilisierung

Die japanische Regierung ordnete die Mobilisierung eigener Luft- und Marineeinheiten an, um die Lage zu überwachen. „Wir werden die Aktivitäten russischer und chinesischer Schiffe in den Gewässern rund um unser Land weiterhin sorgsam beobachten“, erklärte Kihara. Bei der Übung sei auch scharfe Munition eingesetzt worden. Ein Verband aus drei chinesischen Schiffen und einer russischen Fregatte sei erstmals in der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) südwestlich des Atolls gesichtet worden. Die Schiffe hätten die Schifffahrt in der Nähe gefährden können, so Kihara. Japan habe China auf diplomatischem Weg darauf hingewiesen.

Peking weist Vorwürfe zurück

Die chinesische Regierung bezeichnete die Aktionen ihrer Marine hingegen als „legitime Aktivitäten“. Japan habe die angebliche Bedrohung „extrem übertrieben dargestellt“, hieß es aus Peking. China weise die Vorwürfe „entschieden zurück“. Seit dem Amtsantritt der rechtsnationalistischen japanischen Ministerpräsidentin Sanae Takaichi im Oktober 2025 hat sich das Verhältnis beider Länder merklich verschlechtert. Peking verärgerte unter anderem Takaichs Andeutung im November, Taiwan im Falle eines chinesischen Angriffs militärisch zu unterstützen. Bereits in diesem Monat war es zu einer Konfrontation zwischen Schiffen der japanischen und der chinesischen Küstenwache nahe Inseln gekommen, auf die beide Staaten Anspruch erheben.

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