Die Europäische Union und Großbritannien haben am Dienstag ein historisches Abkommen über den Status von Gibraltar unterzeichnet. Der Deal sieht vor, dass die Grenzkontrollen zwischen Gibraltar und Spanien wegfallen, was den täglichen Grenzverkehr für rund 15.000 Berufspendler deutlich erleichtern wird.
Hintergrund des Abkommens
Gibraltar, eine britische Überseegebiete an der Südspitze Spaniens, war seit dem Brexit ein Streitpunkt zwischen der EU und Großbritannien. Die Enklave ist nicht Teil des EU-Zollgebiets, aber die offene Grenze zu Spanien war für die lokale Wirtschaft von entscheidender Bedeutung. Das Abkommen soll nun Rechtssicherheit schaffen und den freien Personen- und Warenverkehr gewährleisten.
Nach Angaben der EU-Kommission tritt der Vertrag am 1. Oktober 2026 in Kraft. Er sieht vor, dass Gibraltar sich an bestimmte EU-Regeln hält, etwa im Bereich der Steuer- und Umweltpolitik. Im Gegenzug wird die Grenze zu Spanien dauerhaft geöffnet. „Dies ist ein fairer Kompromiss, der die Interessen aller Seiten wahrt“, erklärte ein EU-Sprecher.
Auswirkungen auf Pendler und Wirtschaft
Besonders profitieren die rund 15.000 Menschen, die täglich von Spanien nach Gibraltar zur Arbeit pendeln. Bislang mussten sie oft stundenlang an der Grenze warten. „Das Abkommen ist ein Segen für die Pendler und die Wirtschaft Gibraltars“, sagte der Chef der gibraltarischen Handelskammer. Unternehmen in der Enklave hoffen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Der britische Außenminister begrüßte die Einigung als „großen Erfolg“ und betonte, dass Gibraltar weiterhin britisch bleibe. Auch die spanische Regierung zeigte sich zufrieden: „Dieses Abkommen stärkt die Zusammenarbeit in der Region“, hieß es aus Madrid.



