Gastkommentar – Global Challenges: Warum Rumänien zügig den Euro einführen sollte. Die Reformen zum Beitritt in die Euro-Zone muss das Land ohnehin umsetzen. In unsicheren Zeiten wird die Nähe zum Kern der EU wichtiger, meint Rumäniens Vize-Zentralbankchef Leonardo Badea.
Der Autor
Leonardo Badea ist der erste stellvertretende Gouverneur der Nationalbank Rumäniens. Er betont, dass wir in einer Zeit globaler Unsicherheit leben, in der strategische politische Weichenstellungen häufig vermieden werden, da die Zukunft immer schwerer vorherzusagen ist. Aber gerade diese Instabilität macht es für Rumänien wichtiger, näher an den Kern der Europäischen Union zu rücken.
Erfahrungen eines Finanzaufsehers
Als leitender Finanzaufseher mit fast einem Jahrzehnt Erfahrung im Austausch mit politischen Entscheidungsträgern und Investoren auf mehreren Kontinenten saß ich sowohl jenen gegenüber, die überzeugt sind, dass die Euro-Einführung die Konvergenz mit dem Rest der EU beschleunigt, als auch jenen, die glauben, die Kosten überwiegen den Nutzen. Meine eigene Überzeugung hat sich im Laufe der Zeit gefestigt: Rumänien sollte seine politischen Anstrengungen und makroökonomischen Anpassungen intensivieren, um die Euro-Einführung innerhalb eines realistischen Zeitrahmens vorzubereiten.
Rumänien braucht den Euro aus drei Gründen
Für meine Position gibt es vor allem drei Argumente: Ein erstes betrifft die laufenden Bemühungen, die Staatsfinanzen zu stabilisieren. Rumänien vollzieht seine anspruchsvollste Haushaltskonsolidierung seit der globalen Finanzkrise. Es ist eine Kombination aus Ausgabendisziplin, Einnahmemaßnahmen und schwierigen politischen Abwägungen.
Die Euro-Einführung würde nicht nur die Glaubwürdigkeit der rumänischen Wirtschaftspolitik stärken, sondern auch langfristige Stabilität signalisieren. In einer Zeit, in der geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten zunehmen, ist ein engerer Anschluss an die Eurozone ein strategischer Vorteil.
Zudem würde die gemeinsame Währung den Handel und die Investitionen mit den EU-Partnern erleichtern, was für ein exportorientiertes Land wie Rumänien von großer Bedeutung ist. Die Vorteile der Währungsunion, wie niedrigere Transaktionskosten und Wegfall von Wechselkursrisiken, würden die Wettbewerbsfähigkeit der rumänischen Wirtschaft steigern.
Insgesamt überwiegen die Vorteile einer raschen Euro-Einführung die kurzfristigen Anpassungskosten. Rumänien sollte den Mut haben, diesen Schritt zu gehen, um seine Position in der EU zu festigen.



