Katowice, einst Synonym für Kohlebergbau und graue Fassaden, hat sich zu einer der lebenswertesten Städte Polens entwickelt. Die Stadt im Süden des Landes verzeichnet praktisch keine Arbeitslosigkeit und lockt mit moderner Infrastruktur, viel Grün und einer blühenden Kulturszene. Jan Puhl vom SPIEGEL-Auslandsressort berichtet vor Ort über den bemerkenswerten Wandel.
Von der Kohle zur Kultur
Noch vor wenigen Jahrzehnten prägten rauchende Schlote und rußige Backsteinfassaden das Bild Katowices. Heute ist nur noch eine Zeche in Betrieb, die rund 3200 Menschen beschäftigt – bei einer Gesamtbevölkerung von knapp 280.000. Die Wirtschaft boomt auch jenseits des Bergbaus. „Katowice ist derzeit einer der interessantesten Orte in Polen, nicht so eitel wie Warschau, nicht so angestrengt wie Krakau“, sagt die Fotografin Kasia Piechowicz, deren Eltern selbst Bergleute waren. Sie lebt bewusst in der Stadt, obwohl sie überall arbeiten könnte.
Die Stadtverantwortlichen haben massiv in Kultur investiert, öffentliche Grünflächen geschaffen und die Luftqualität verbessert. Mit EU-Hilfen wurde die Infrastruktur modernisiert. In Umfragen wird Katowice regelmäßig zu den lebenswertesten Städten des Landes gezählt.
Wirtschaftswachstum in ganz Polen
Der Aufschwung Katowices spiegelt die Entwicklung ganz Polens wider. Seit 1992 wächst die polnische Wirtschaft nahezu jedes Jahr, die Gesamtwirtschaftsleistung hat sich in diesem Zeitraum verdreifacht. „Was in Katowice geschieht, passiert in ganz Polen. Das Land hat die Trümmer des Sozialismus weggeschaufelt und steht plötzlich modern und herausgeputzt da“, schreibt Jan Puhl in seiner Reportage.
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